So, seit letztem Freitag hab' ich jetzt meinen Impfmarathon hinter mir. Ich denk' mal, den/die Ein' oder Andere(n), der/die sich das hier in Zukunft vielleicht als Vorbereitung für das eigene Jahr in Armenien durchliest, könnte da sicherlich ein paar Details ganz interessant finden.
Für Armenien gibt es keine Pflichtimpfungen, allerdings
Empfehlungen des Auswärtigen Amtes. Dazu gehört neben den im
Impfkalender des Robert-Koch-Institutes empfohlenen Impfungen, wie Tetanus, Polio und Diphterie auch Hepatitis A und "bei Langzeitaufenthalt über 4 Wochen oder besonderer Exposition auch ... Hepatitis B, Tollwut und Typhus"
Die im Impfkalender empfohlenen Impfungen hat man ja i.d.R. sowieso schon und müssen höchstens, wie bei mir, aufgefrischt werden. Nach
§20d SGB V sind diese Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen und müssen von denen gezahlt werden. Die Hausärzte haben diese Impfstoffe auch in ihren Praxen parat und - zumindest bei meiner Krankenkasse - fallen für diese Impfungen auch keine Quartalsgebühren an.
Anders sieht das bei den Impfungen aus, die man nur für sein Auslandsjahr braucht und ansonsten nicht in Anspruch nehmen würde. Hier zahlt man sowohl die Quartalsgebühren, als auch die Impfstoffe (die man sich mit Rezept selbst von der Apotheke abholt), als auch die Impfungen selbst.
Da das bei mir die ersten Male waren, dass ich Nicht-Standard-Impfungen bei mir habe durchführen lassen, war ich mir über einige Details nicht im Klaren:
- Die Impfstoffe müssen vom Patient (mittels vom Hausarzt ausgestellten Rezeptes) selbst (in der Apotheke) besorgt und vorerst auch bezahlt werden. Im Nachhinein kann man natürlich versuchen, diese Kosten bei der Krankenkasse und/oder der Entsendeorganisation geltend zu machen. Bei meiner EO hieß es, man solle zuerst bei der Krankenkasse nachfragen und ein wenig "diskutieren" (z.B. die Impfungen als "Investition" "verkaufen") - sollte man dabei keinen Erfolg haben, zahlt die EO.
- Viele Impfstoffe müssen gekühlt werden und sollten im Sommer somit nicht über weitere Strecken transportiert werden
- Bei Impfungen, die über einen längeren Zeitraum in mehreren Dosen verabreicht werden (wie bei mir Rabipur zur Tollwut-Impfung) beinhaltet jede per Rezept gekaufte Schachtel nur eine Dosis.
- Die Impfungen selbst kosten auch.
Entsprechend den Empfehlungen des Impfkalenders und somit auf Kosten der Krankenkasse aufgefrischt wurden bei mir
FSME und
Polio,
Diphterie und
Tetanus (wahrscheinlich mit
REVAXiS oder
Td-Virelon).Ansonsten war bei mir eine Auffrischung der Hepatitis-B-Impung (mit
Engreix-B, 66,45€) nötig, die aber nicht von der Krankenkasse gezahlt wurde, da sie nur bis zum Alter von 17 Jahren ausdrücklich im
Impfkalender des Robert-Koch-Institutes (PDF, 59,60
KiB) empfohlen wird. Zur Impfung gegen Hepatitis-A und Typhus wurde bei mir der Kombinationsimpfstoff
Hepatyrix (86,54€) verwendet und für die Tollwut-Impfung in 3 Schritten (1., 8, und 22. Tag)
Rabipur (3 x 61,42€ = 184,26). Insgesamt habe ich exkl 10€ Praxisgebühr und inkl 4 x 10,72€ = 42,88€ für die Impftermine (dieser nich von der Krankenkasse getragenen Impfungen) also 380,13€ für die Impfungen vorgestreckt.
Darüber, ob ich einen Kombinationsimpfstoff verwenden soll, habe ich mir keinen großen Kopf gemacht - mehrmals habe ich gehört, dass diese größere Anstrengung schaden soll, genauso, wie ich gehört habe, dass es eine Entlastung sei, da ja weniger Impfungen anfallen.
Mehr Gedanken hab' ich mir wegen der umstrittenen, angeblich schlecht verträglichen, Tollwut-Impfung gemacht. Die Belastung könne man sich sparen, hieß es, da man sich im Falle eines Bisses den Impfstoff ja auch noch im Nachhinein spritzen könne. Von meiner Ärztin lies ich mich dann allerdings doch überzeugen, mich noch hier impfen zu lassen, da die schlechte Verträglichkeit sich wohl auf ältere Impfstoffe beziehe, auf Rabipur jedoch nicht zutreffe, welches allerdings auch hier und erst recht im Ausland nicht allzu einfach zu bekommen sei. Im Falle eines Bisses habe ich dort also Probleme, den verträglicheren Rabipur zu bekommen und müsste genau den unverträglichen Impfstoff nutzen, vor dem ich gewarnt wurde.