weltwärts nach Armenien

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Über meine Abenteuer in Armenien
Aktualisiert: vor 12 Stunden 18 Minuten

Impfungen

Mi, 09/01/2010 - 13:43
So, seit letztem Freitag hab' ich jetzt meinen Impfmarathon hinter mir. Ich denk' mal, den/die Ein' oder Andere(n), der/die sich das hier in Zukunft vielleicht als Vorbereitung für das eigene Jahr in Armenien durchliest, könnte da sicherlich ein paar Details ganz interessant finden.
Für Armenien gibt es keine Pflichtimpfungen, allerdings Empfehlungen des Auswärtigen Amtes. Dazu gehört neben den im Impfkalender des Robert-Koch-Institutes empfohlenen Impfungen, wie Tetanus, Polio und Diphterie auch Hepatitis A und "bei Langzeitaufenthalt über 4 Wochen oder besonderer Exposition auch ... Hepatitis B, Tollwut und Typhus"

Die im Impfkalender empfohlenen Impfungen hat man ja i.d.R. sowieso schon und müssen höchstens, wie bei mir, aufgefrischt werden. Nach §20d SGB V sind diese Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen und müssen von denen gezahlt werden. Die Hausärzte haben diese Impfstoffe auch in ihren Praxen parat und - zumindest bei meiner Krankenkasse - fallen für diese Impfungen auch keine Quartalsgebühren an.
Anders sieht das bei den Impfungen aus, die man nur für sein Auslandsjahr braucht und ansonsten nicht in Anspruch nehmen würde. Hier zahlt man sowohl die Quartalsgebühren, als auch die Impfstoffe (die man sich mit Rezept selbst von der Apotheke abholt), als auch die Impfungen selbst.
Da das bei mir die ersten Male waren, dass ich Nicht-Standard-Impfungen bei mir habe durchführen lassen, war ich mir über einige Details nicht im Klaren:

  • Die Impfstoffe müssen vom Patient (mittels vom Hausarzt ausgestellten Rezeptes) selbst (in der Apotheke) besorgt und vorerst auch bezahlt werden. Im Nachhinein kann man natürlich versuchen, diese Kosten bei der Krankenkasse und/oder der Entsendeorganisation geltend zu machen. Bei meiner EO hieß es, man solle zuerst bei der Krankenkasse nachfragen und ein wenig "diskutieren" (z.B. die Impfungen als "Investition" "verkaufen") - sollte man dabei keinen Erfolg haben, zahlt die EO.
  • Viele Impfstoffe müssen gekühlt werden und sollten im Sommer somit nicht über weitere Strecken transportiert werden
  • Bei Impfungen, die über einen längeren Zeitraum in mehreren Dosen verabreicht werden (wie bei mir Rabipur zur Tollwut-Impfung) beinhaltet jede per Rezept gekaufte Schachtel nur eine Dosis.
  • Die Impfungen selbst kosten auch.
Entsprechend den Empfehlungen des Impfkalenders und somit auf Kosten der Krankenkasse aufgefrischt wurden bei mir FSME und Polio, Diphterie und Tetanus (wahrscheinlich mit REVAXiS oder Td-Virelon).Ansonsten war bei mir eine Auffrischung der Hepatitis-B-Impung (mit Engreix-B, 66,45€) nötig, die aber nicht von der Krankenkasse gezahlt wurde, da sie nur bis zum Alter von 17 Jahren ausdrücklich im Impfkalender des Robert-Koch-Institutes (PDF, 59,60 KiB) empfohlen wird. Zur Impfung gegen Hepatitis-A und Typhus wurde bei mir der Kombinationsimpfstoff Hepatyrix (86,54€) verwendet und für die Tollwut-Impfung in 3 Schritten (1., 8, und 22. Tag) Rabipur (3 x 61,42€ = 184,26). Insgesamt habe ich exkl 10€ Praxisgebühr und inkl 4 x 10,72€ = 42,88€ für die Impftermine (dieser nich von der Krankenkasse getragenen Impfungen) also 380,13€ für die Impfungen vorgestreckt.
Darüber, ob ich einen Kombinationsimpfstoff verwenden soll, habe ich mir keinen großen Kopf gemacht - mehrmals habe ich gehört, dass diese größere Anstrengung schaden soll, genauso, wie ich gehört habe, dass es eine Entlastung sei, da ja weniger Impfungen anfallen.
Mehr Gedanken hab' ich mir wegen der umstrittenen, angeblich schlecht verträglichen, Tollwut-Impfung gemacht. Die Belastung könne man sich sparen, hieß es, da man sich im Falle eines Bisses den Impfstoff ja auch noch im Nachhinein spritzen könne. Von meiner Ärztin lies ich mich dann allerdings doch überzeugen, mich noch hier impfen zu lassen, da die schlechte Verträglichkeit sich wohl auf ältere Impfstoffe beziehe, auf Rabipur jedoch nicht zutreffe, welches allerdings auch hier und erst recht im Ausland nicht allzu einfach zu bekommen sei. Im Falle eines Bisses habe ich dort also Probleme, den verträglicheren Rabipur zu bekommen und müsste genau den unverträglichen Impfstoff nutzen, vor dem ich gewarnt wurde.
Kategorien: Asien

Über das Bloggen

Mi, 09/01/2010 - 07:31
So, jetzt hab' ich hier ja wirklich länger mal nichts geschrieben - ich denke mal, dass trotz Packstress (heute muss ich fertig werden!), die letzten Tage ein bisschen mehr kommen wird. Und da ich eh' schon über das Schreiben schreibe, werd' ich dazu doch gleich einmal ein wenig was los:
Ich tu' mir manchmal recht schwer beim Verfassen von Texten, weil ich ewig an ihnen 'rumfeilschen will - hier im Blog hab' ich mir nun genau das Gegenteil vorgenommen: Ich schreib' einfach drauf los und hoffe einfach einmal, dass halbwegs Struktur erhalten bleibt ;)

Ich orientier' mich dabei einerseits ein wenig an einem Tagebuch, möchte also durchaus auch Persönliches mit einfließen lassen und versuchen, keine Angst davor oder Hemmungen zu haben, wenn dabei auch die ein' oder andere Schwäche sichtbar wird.
Andererseits hab' ich bei diesem Stil caschy im Hinterkopf, der  auch immer wieder sehr gerne erwähnt, dass er ohne Stichpunkte einfach drauf los schreibt, darüber spekuliert, wie seine Leser auf bestimmte Posts und deren Themen reagieren und diese auch direkt anspricht, um um Feedback zu bitten.
Was gibt es ansonsten noch zu sagen?
Ich werde sicherlich immer mal wieder ein wenig hier am Layout 'rumfeilschen und -basteln, hoffe aber, dass mein Blog dabei für all meine Leser, unabhängig von ihrer technischen Versiertheit, genauso benutzbar bleibt. Das Bild im Kopf (an dieser Stelle noch einmal danke an Nina Stössinger, die es fotografiert und dann unter die (by-sa 2.0 us-) Creative Commons-Lizenz gestellt hat, die kurzgesagt eine Wiederverwendung und Weitergabe von Werken unter gewissen Bedingungen, hauptsächlich der Namensnennung des Schöpfers des Werks (bei mir unten im Footer), erlaubt) werde ich im Sinne des Corporate Designs sicher lassen, wie es ist - falls jemand Verbesserungsvorschläge zu Hintergrunds- oder Titelschriftsfarbe hat, die momentan zusammen mit dem Hintergrund des Titels, dem Himmel, ja nicht ganz so gut zueinander passen, darf dieser natürlich sehr, sehr gerne hier in den Kommentaren äußern!
Kategorien: Asien

Warnungen I

Mi, 07/07/2010 - 15:32
Der Titel ist vielleicht ein wenig irreführend - ich wurde jetzt natürlich nicht zum ersten Mal vor irgendwelchen Gefahren in Zusammenhang mit meinem Freiwilligendienst gewarnt.
Aber da letzten Freitag im Armenischen Club[1], wieder welche dazu kamen, nehme ich das als Anlass, ein wenig zusammenzufassen, was es da bis jetzt so gab.Zuerst einmal die neuesten:
Ich solle besser nicht alleine Reisen. Explizit wurde dies nicht näher begründet, doch ich denke mal, dass darauf abgezielt wurde, dass die Armut Einzelne - verständlicherweise? - dazu bringt, nicht (nur) gastfreundschaftlich zu sein, sondern die Gelegenheit am Schopfe zu packen, wenn ein reicher Europäer in Haus oder Ortschaft ist.Das nächste war, dass ich doch besser darauf verzichten solle "Chorovats", die armenischen Grillfleischspieße, am Straßenrand zu kaufen, da dort oftmals auch auf der Straße geschlachtetes Fleisch genutzt werde...Bei beiden Warnungen denke ich mir, dass ich sie auf jeden Fall im Hinterkopf behalten und dementsprechend - wenn als nötig erachtet - vorsichtig sein werde. Trotzdem werde ich wohl - soweit ich das jetzt einschätzen kann - nicht gänzlich auf das Reisen alleine verzichten - nicht zuletzt, weil alle Volunteers mir eben das raten - und bestimmt auch das ein oder andere Mal Chorovats am Straßenrand essen.
Ansonsten wird man natürlich häufig vor dem Kulturschock gewarnt, wobei das natürlich nicht wirklich etwas Überraschendes ist... Außerdem finde ich z.B. in meinem "Kauderwelsch"-Sprachtrainer einen Kurz-Knigge und in meinem dt. Armenien-Reiseführer und meinem Kaukasus-lonely-planet werden natürlich auch Kultur und Bräuche/Traditionen näher gebracht und mögliche Fettnäpfchen aufgezeigt. Außerdem habe ich mir jetzt das mehrmals in der Bücherei ausgeliehene, sehr kritische und auch stark kritisierte "Kulturschock Kaukasus" von Ute Friesen und Marcus Würmli aus dem Reise-KnowHow-Verlag bestellt.Das nächste, was man häufig hört, ist, dass man nicht zu hohe Erwartungen haben dürfe bzw, dass man natürlicherweise zu hohe Erwartungen hat. Und das hört man wirklich häufig... Sehr häufig! Ob jetzt in den Standard-Schreiben, die man so bekommt, ob im "Orientierungsseminar", wo darüber bestimmt eine halbe Stunde diskutiert wurde, ob in Berichten von anderen weltwärts-Freiwilligen der Entsendeorganisation, die gerade (nach einem Jahr) "fertig" werden oder im Blog eines PeaceCorps-Freiwilligen, der nach 27 Monaten feststellt, dass er kaum was bewegt habe. Daneben machen mir andere Freiwillige allerdings wieder Mut (oder falsche Hoffnungen?), dass man nur beständig oder hartnäckig genug sein müsse und sich von den anfänglichen Schwierigkeiten nicht demotivieren lassen dürfe, und dann auch was erreichen könne. Eine, an die ich dabei denke, hat z.B. im Rehabilitation Center for Children (ebenfalls in Yerevan) ihre Spuren hinterlassen, indem sie dort die sogen. "Happy Rooms" gestaltet und aus Armenien Spendengelder in Österreich gesammelt hat, um diese Spielzimmer auch mit nötigem Spielzeug ausstatten zu können.Zu guter Letzt heißt es immer wieder, dass man wahnsinnig viel Selbstständigkeit zeigen müsse - allerdings in der Hinsicht, dass man in seine Arbeit häufig nicht Eingewiesen wird und auch kein Feedback bekommt - man also nur für sich selbst verantwortlich ist und sich selbst so seine Aufgaben sucht. Vor allem das ist, etwas, wovon ich denke, dass es für mich sehr schwierig sein könnte. Mir bedeutet es (im Moment und von hier aus gesprochen, doch hoffentlich auch später noch) schon viel, dass man mit meiner Arbeit zufrieden ist und ich einen guten Eindruck mache...
Insgesamt sind das allerdings alles keine "Bedrohungen", die mir im Moment große und ernsthafte Sorgen bereiten. Natürlich behalte ich sie im Hinterkopf und vergegenwärtige ich sie mir immer wieder, doch es ist auf keinen Fall so, dass ich mich davor fürchte...
[1] Die Armenische Landsmannschaft in Bayern e.V. veranstaltet jeden Freitag in der Jahnstr 27 (hier in München) ein Club- bzw Vereinstreffen, um bei ein wenig Backgammon ("nardi" bei den Armeniern - allerdings meiner Erfahrung nach nicht, wie im aktuellen deutschen Wikipedia-Eintrag beschrieben), Scrabble, und Ratscherei am Tisch Kontakte und vor Allem die Armenische Sprache zu pflegen.Mein Armenisch ist leider z.Zt. noch viel zu schlecht, um da auch nur ansatzweise mitzukommen, wenn die Muttersprachler sich da unterhalten.
Kategorien: Asien

Servus!

Di, 06/29/2010 - 21:07
Hi, Servus, Willkommen und բարի եկար!
Ich fange hier mein "weltwärts nach Armenien"-Blog an, weil ich ... nun ja, ich gehe mit weltwärts nach Armenien. Noch bin ich allerdings nicht in Armenien, sondern in Deutschland. Genauer gesagt: Im heimelichen München ;)
Doch erstmal zu mir: Ich heiße Andi und habe hier in München gerade mein Abitur abgelegt. Da ich (seit letztem Sommer) tauglich gemustert bin, allerdings keinen Kriegsdienst leisten möchte, muss ich einen Zivildienst oder einen anerkannten Ersatzdienst leisten. Dass ich ein Auslandsjahr machen möchte, weiß ich, glaube ich, schon recht lange. Dass Armenien das Land sein würde, ungefähr seit Anfang 2008, als mein großes Armenienfieber geweckt wurde.

Seitdem habe ich alle in unserer Stadtbibliothek verfügbaren Bücher mindestens 3 mal ausgeliehen und ausgiebig darin geschmökert. Als das nicht gereicht hat, kam dann ein Teil des Bestandes der Staatsbibliothek dran...
Über mein konkretes Auslandsjahr weiß ich noch nicht so lange... Noch vor dem Sommer letzten Jahres begann ich, mich über Möglichkeiten zu informieren, das Jahr im Ausland zu verbringen und bin schnell auf weltwärts gestoßen, da man da sein Auslandsjahr eben auch als ADiA (Anderer Dienst im Ausland) und somit als Zivildienstersatz anerkennen lassen kann. Über die Homepage von weltwärts, die anfangs allerdings noch eher chaotisch war und innerhalb der letzten 1,5-2 Jahre stark überarbeitet wurde, waren schnell die beiden (von weltwärts anerkannten) Entsendeorganisationen (EOs) ausfindig gemacht, die nach Armenien entsenden.
Beim EED, dem Evangelischen Entwicklungsdienst scheiterte die Bewerbung an der Frist, doch die ijgd (internationale jugendgemeinchaftsdienste e.V.) waren da flexibler: Als ich meine Bewerbung entsandte, kam gleich danach die Antwort, die "Personalerin"/"educational consultant"/"Bildungsreferentin im Bereich Internationale Langzeitfreiwilligendienste"/ Ansprechperson für die Freiwilligen wolle demnächst mit mir sprechen. Da wurde mir dann mitgeteilt, die 3 für Armenien vorgesehenen Stellen seien zwar schon belegt, ich passe aber so gut ins Profil, dass sie eine 4. Stelle eröffne und dafür ein weiteres Projekt raussuche.
Mein Projekt ist nun also nicht das "Rehabilitation Center for Children", sondern das "Hopeshine"[1]-Projekt an der Schule für sehbehinderte und blinde Kinder "Number 14"..

Soviel vorerst. Die ganzen Details über den Ablauf u.A. der Bewerbung hätten mich anfangs interessiert, deshalb hier jetzt der Fokus darauf.
[1] Die hier verlinkte Darstellung gilt der nur 9 Monate dauernden EVS-Version des Projektes. Ich werde mit weltwärts in das selbe Projekt gehen, aber eben für 12 Monate.
Kategorien: Asien