Johannes in Malawi

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Erfahrungen aus meinem weltwärts-Freiwilligendienst in Malawi
Aktualisiert: vor 20 Stunden 9 Minuten

Tiwonana Mawa

Di, 08/24/2010 - 12:44

Mit Chichewa hat’s angefangen, mit Chichewa hört’s auch wieder auf. Mit „Wir sehen uns morgen“ lässt sich der Titel übersetzen. In einer halben Stunde geht nämlich mein, morgen früh bin ich dann bereits wieder in Deutschland.

Wie erwartet ist das letzte halbe Jahr noch schneller rum gegangen, als das erste. Dabei fällt die Bilanz wegen der neuen und erfüllenden Arbeit bei Jacaranda deutlich besser aus, als noch zum Halbzeitbericht.

Und auch über die letzten drei Wochen lässt sich etwas berichten. Allerdings nicht vom Endseminar in Chintheche, das habe ich nämlich mit der dritten Lebensmittelvergiftung und einer Malaria im Bett verbracht. Vorher haben wir aber bereits ein unterhaltsames Wochenende in Nkhata Bay verbracht, sodass ich nicht völlig umsonst die Tagesreise in den hohen Norden angetreten bin :-D

Zurück in Blantyre habe ich dann mit etwas Schwierigkeiten noch ein paar traditionelle Gewänder schneidern lassen (ein Kleid wurde leider in Zoll statt Zentimetern gefertigt, viel zu groß), allen Bekannten und manchen Unbekannten auf Wiedersehen gesagt und wir haben für alle ehemaligen Kollegen von BACOMA und Jacaranda und allen anderen Freunden eine große Abschiedsparty geschmissen, dazu Chili con carne gekocht und die Bude auf den Kopf gestellt. Was durch einen anschließenden fünftägigen Wasser- und Stromausfall besonders pikant wurde...

nationalflagge malawi neu
Die neue malawische Nationalflagge. Die Sonne ist nun aufgegangen.

Übrigens, die malawische Nationalflagge wurde nun tatsächlich geändert. Gerüchten zufolge soll nun auch noch die Nationalhymne geändert werden, da hier das Wort „Armut“ fällt. Dr. Bingu wa Mutharika, der Präsident von Malawi, will auch die Landeswährung Kwacha umbennen, in Kwayera, was so viel bedeutet wie „Sonnenaufgang“. Etwas widersprüchlich zur Änderung der Flagge, wo ja die aufgehende durch eine aufgegangene Sonne ersetzt wurde.

Kategorien: Afrika

Alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende

Fr, 07/30/2010 - 11:44

Und meistens hat das, was ein Ende hat, auch eine Fortsetzung. Das mein weltwärts-Jahr in Malawi eine Fortsetzungen haben wird, das steht schon fest. Zunächst in Deutschland durch die geplante Gründung von Jacaranda Foundation Germany. Später bestimmt auch wieder in Afrika, vielleicht auch in Malawi.

Aber vor der Fortsetzung kommt das Ende. Und das kommt schnell, nämlich in drei Wochen. Heute Abend fahren wir in Richtung See, um Meryems Geburtstag zu feiern. Danach erwartet uns eine Woche Endseminar, zur Reflexion des Erlebten. Im Anschluss der letzte Urlaub, auf der kleinen Insel Likoma im Malawi-See. Und wenn ich davon zurückkomme, werde ich noch drei Tage in Blantyre verbringen, eine Abschiedsparty feiern und dann nach Lilongwe fahren. Ein paar Tage, Gespräche und Abrechnungen später sitze ich dann im Flieger nach Hause. Am 24. August um genau zu sein, Ankunft voraussichtlich am 25. August um 8:35 Uhr in Stuttgart. Waaaah!

Da dies hier vermutlich mein vorletzter Blogeintrag aus Malawi war und ich die nächsten zwei Wochen wohl nicht schreiben kann, hier noch was Aktuelles zu Malawi:

flagge malawi schwarz rot gruen
Die momentane Flagge von Malawi - Schwarz, Rot, Grün mit aufgehender Sonne

Die malawische Flagge besteht aus drei horizontalen farbigen Balken:

  • Schwarz steht für das Volk auf dem afrikanischen Kontinent
  • Rot steht für das Blut der Märtyrer, das im Kampf um die Unabhängigkeit vergossen wurde
  • Grün steht für die üppige Vegetation Malawis

Den oberen, schwarzen Balken ziert zusätzlich eine aufgehende, rote Sonne, die Malawis und Afrikas Aufbruch in eine neue, bessere Zukunft signalisieren soll. Weil die nach Meinung des amtieren Präsidenten, Dr. Bingu wa Mutharika, schon längst angebrochen, und Malawi ein äußerst entwickelter Staat sei, wird die Flagge geändert. Sie soll nun eine volle, weiße Sonne direkt im Zentrum tragen.

Der Nachfolger-Kandidat des 2014 aus dem Amt scheidenden Präsidenten wird übrigens dessen Bruder, Dr. Peter Mutharika, werden.

Kategorien: Afrika

Wie verhext

Mo, 07/26/2010 - 09:56

Hexen fliegen hier zwar nicht auf Besen, dafür aber auf Eulen. Und können sich auch wahlweise in diese verwandeln. Zum Repertoire gehören auch: Töten mit einem Augenschlag, Liebesblindheit bewirken und Impotenz hervorrufen. In Mulanje hat eine Hexe sogar einen Stein zur Welt gebracht.

Viele Malawier glauben an die Existenz und die Auswirkungen von Hexerei. Auf dem Ndirande Mountain sollte man sich nicht abseits der Pfade bewegen, weil es böse Geister gibt und hin und wieder wird jemand wegen „Witchcraft“ verhaftet und bisweilen sogar ins Gefängnis gesperrt. Selbst ausgebildete Lehrer stellen an Vollmondnächten Kräutermischungen vor die Tür und in der Vorschule soll ein Kind die ersten Anzeichen zeigen, ein Hexer zu sein.

Vielfach sind die vermeintlich totgehexten Opfer an Herzinfarkten gestorben, die bösen Geister auf den Bergen sind Felsen, die nach heftigen Regenfällen rutschig sind und einsame Wanderer den Hang herabstürzen lassen. Doch vor allem in den ländlichen Regionen ist medizinisches Wissen kaum verbreitet und so müssen andere Erklärungen herhalten. Wie die Hexerei. Trotzdem kann man dafür angeklagt werden. Die Angeklagten selber bestreiten natürlich in den meisten Fällen ihre Künste. Vielfach sind es Menschen, die sich sozial abgrenzen, was in Malawi sehr untypisch ist.

Auf Europäer wirken diese Kräfte in der Regel nicht. Deshalb können wir auch die Anwesenheit der Hexen nicht spüren.

Wandern auf dem Zomba Plateau
In der letzten Woche habe ich meine fünf übrigen Urlaubstage aufgebraucht und einige Wanderungen unternommen. Von Bembeke bei Dedza führt ein kleiner Wanderpfad durch die Berge nach Mua. Obwohl man mit dem Minibus locker zwei Stunden unterwegs ist, kann man den Fußweg in drei bis vier Stunden bewältigen. Dabei läuft man durch nahezu unberührte Landschaft, streckenweise stehen nicht einmal die traditionellen Dörfer, die es sonst in Malawi aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte eigentlich überall gibt.

Unterwegs trifft man auf Marktfrauen mit kleinen Kindern auf dem Rücken und bunten Körben auf dem Kopf, voll mit Tomaten, Gurken, Zwiebeln und Kohl. Was für mich eine kleine, nicht einmal ganz leichte Wanderung war, ist für sie Alltag. Zweimal die Woche gehen sie morgens den weiten Weg nach Bembeke, um auf dem Markt dort ihre Waren anzubieten. Und abends zurück. Alles für einen Tagesgewinn von vielleicht drei Euro.

Zum Album „Zomba Plateau“ (44 Fotos)

zomba plateau chingwe chingwes hole
Chingwe’s Hole umrandet von Bäumen. Hat Banda seine Gegner hier runter werfen lassen?

Die übrigen Tage habe ich auf dem Zomba Plateau verbracht, das mit Pinienwäldern aufwarten kann, die sich mit afrikanischen Urwäldern und einer endemischen Baumart abwechseln. Hier gibt es neben kleineren Gipfelbesteigungen auch Wasserfälle, nette Aussichtspunkte und zu sehen, in das dem Mythos nach schon die Herrscher der Region ihre Widersacher geworfen haben. Es wird auch gemunkelt, dass der erste Präsident der Republik, Dr. Hastings Kamuzu Banda, seine politischen Feinde hineingeworfen hat. Forscher meinen, dass das Loch bis an den Grund des afrikanischen Grabenbruchs reiche. Nach neuesten Erkenntnissen ist es aber vielleicht auch nur 30 Meter tief :-D

Kategorien: Afrika

Grenzerfahrungen

Fr, 07/09/2010 - 17:21

Fünf Tage, vier Länder, drei Hauptstädte. Ich war mal wieder im Urlaub, habe Afrika auf Schienen durchquert, die Victoria-Fälle besucht und Grenzerfahrungen in verschiedener Hinsicht gemacht. Und zurzeit halte ich mich illegal in Malawi auf.

Dienstag war malawischer Nationalfeiertag. Und da Paraden zurzeit sowieso immer gestoppt werden, weil sie als Forum für Homosexuellen-Aktivisten dienen könnten, gab es nicht groß was zu verpassen. Also habe ich mir Montag und Mittwoch frei genommen und bin mit einem Freiwilligen aus Lilongwe für fünf Tage zu den Victoria-Fällen aufgebrochen.

Von Lilongwe nach Lusaka
Schon am Freitagnachmittag habe ich mich auf den Weg von Blantyre nach Lilongwe begeben, sodass wir von dort, der ersten Hauptstadt auf unserer Reise, früh einen Minibus ins malawisch-sambische Grenzgebiet erwischen konnten. Mit nur drei Anschlussbussen haben wir nachts um 21 Uhr Lusaka erreicht und unterwegs in einer lokalen Bar sogar die letzten drei Minuten vom fulminanten Sieg der deutschen Fußballer über die Argentinier gesehen. Da kam uns das Tor in der vorletzten Minute gerade recht :-)

Das 4:0 hat Deutschland übrigens auch hier in Afrika viel Ruhm eingebracht; es war das Gesprächthema schlecht hin, sobald wir unsere Nationalität bekannt gaben. Der Grenzbeamte in Simbabwe meinte sogar, wir hätten ihm durch unseren Übertritt in sein Land den Tag gerettet :-D

victoria faelle sambia simbabwe
Blick auf die Victoria-Fälle von der Brücke im sambisch-simbabwischen Grenzgebiet

Die Victoria-Fälle
Die Weiterreise nach Livingstone verlief schnell und ereignislos, sodass wir die Victoriafälle schon am Sonntag bewundern konnten. Mit einer Breite von über 1.700m stellen die den „breitesten einheitlich herabstürzenden Wasserfall der Erde“ dar. Zu Hochwasser stürzen bis zu 10.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Sambesi 110 Meter in die Tiefe. Leider hat mich dieser Umstand daran gehindert, ausgiebig Bilder zu schießen. Lediglich ein kleiner Teil der Nebenfälle ist auf den Bildern zu sehen, denn der Sprühnebel durchnässt einem selbst Regenschutzkleidung, da hat die Kamera erst recht keine Chance.

Warum wir 100 Euro bezahlen, um uns von einer Brücke stoßen zu lassen
bungee sprung victoria faelle
111 Meter freier Fall in die Tiefe...

Die Fälle liegen im Grenzgebiet zwischen Sambia und Simbabwe. Eine große Brücke, die Victoria Falls Bridge, verbindet die beiden Seiten, die sich jeweils zu einer Seite des Sambesi-Tals befinden. Und von dieser Brücke kann man Bungee springen. Mit 111 Metern Fallhöhe ist das sogar der höchste kommerzielle Brückensprung der Welt. Vier Sekunden dauert der erste freie Fall und man kann sagen, es macht schon enorm Spaß :-) Leider hindert einen der Preis von umgerechnet fast 100 Euro daran, mehrmals zu springen...

Im Nachtzug durch Afrika
Nach dem Besuch der Fälle und dem Bungee-Sprung sind wir gar nicht wieder nach Sambia zurück-, sondern nach Simbabwe weitergereist. Am gleichen Abend fuhr dort nämlich unser Nachtzug zum 350km entfernten Bulawayo. Wir haben zum Glück noch eines der letzten Schlafabteile in der zweiten Klasse ergattern können und uns auf eine zwölfstündige Zugreise vorbereitet. Entgegen unseren Erwartungen haben wir Victoria Falls Town auch pünktlich um 19 Uhr verlassen, auf dem Weg zum Zielort aber fünf Stunden Verspätung eingefahren. Daher war unser Anschluss nach Harare, der Hauptstadt Simbabwes, auch einer der letzten abfahrenden, somit kamen wir abermals nachts in einer uns unbekannten Großstadt an.

Ein paar Eindrücke dieser Fahrt sind geblieben: Auf der 450km langen Strecke von Bulawayo nach Harare gibt es 21 Straßensperren der Polizei. Die gibt es in Malawi zwar auch, aber die simbabwischen Polizisten mussten sich jedes Mal vom Fahrer des Minibusses bestechen lassen, damit wir weiterfahren konnten, ohne bei jeder Sperre eine Stunde Komplettdurchsuchung über uns ergehen zu lassen. Die Bestechung scheint hier ein ganz normaler Bestandteil des Reisens und gesellschaftlich akzeptiert zu sein. Zumindest hat sich außer uns kein anderer Fahrgast daran gestört.

Angenehm war die Fahrt trotz Bestechung bei Verkehrskontrollen nicht. Neben mir saß eine Frau mit Kleinkind auf dem Schoß, das sich schon nach den ersten Kilometern heftig übergeben musste. Ich hatte zwar nur mit den geruchlichen Konsequenzen zu leben und habe im Gegensatz zu den Passagieren weiter vorne einen trockenen Nacken behalten. Eine angenehme Reise verläuft aber dennoch anders...

Zum Album „Victoria Falls“ (43 Fotos)

Illegal in Malawi
Grenzerfahrungen in ganz anderer Hinsicht haben wir auf dem Weg von Harare nach Blantyre gemacht. Nicht nur das wir insgesamt elf Mal das Verkehrsmittel wechseln mussten, auch die Grenzübertritte nach Mosambik bzw. Malawi stellten sich als nicht ganz so einfach wie gedacht heraus. Mein Transit-Visum für Malawis Nachbarstaat Mosambik hatte ich zum Glück bereits vorher im Konsulat gekauft. Daher dauerte die Bürokratie bei mir nur eine halbe Stunde. Mein Mitreisender hatte da weniger Glück. Der zuständige Beamte war zu ihm nicht nur äußerst unfreundlich, sondern hat ihn auch noch um fünf US-Dollar gebracht, als er auf die Frage nach Rückgeld behauptete, das Geld passend erhalten zu haben.

Das ganze Prozedere hat uns zwei Stunden zurückgeworfen, sodass wir den mosambikanisch-malawischen Grenzposten bei Nacht erreichten. Der war natürlich bereits geschlossen, die Grenze konnte aber einfach passiert werden. So sind wir illegal aus Mosambik ausgereist, haben sogar mit einem Taxi die zwei Kilometer Niemandsland durchquert und sind schließlich ebenfalls illegal über die Schranke nach Malawi geklettert. So ganz verboten ist das wohl auch nicht, zumindest hat uns ein malawischer Polizist dazu geraten einfach weiterzugehen, denn das Grenzgebiet sei kein sicherer Ort. Der Offizier im Immigration Office in Blantyre war zwar nicht sehr erfreut, meinte aber, dass wir wegen der fehlenden Stempel zumindest von malawischer Seite keine Probleme bekommen sollten. Dann darf ich eben nicht mehr so schnell nach Mosambik :-P

Die Bewunderung für die deutsche Nationalelf hat sich übrigens am Mittwochabend gelegt. Vom Spiel selber haben wir nur die letzten zwanzig Minuten auf einem Pick-Up sitzend im Radio verfolgt. Das ist Afrika.

Malawi, Sambia, Simbabwe, Mosambik
bahnhof bulawayo simbabwe
Der Bahnhof in Bulawayo (Simbabwe)

Schon beim Reisen auf der Straße fallen einem deutliche Unterschiede zwischen den beiden Ländern Malawi und Sambia auf. Die auf dem Land verbreiteten Lehmhütten sind in Sambia größer und besser befestigt. Die Dörfer bestehen aus ein- bis zweihundert Häusern, das ist vier- bis achtmal mehr als in Malawi. Die Menschen tragen neuere Kleidung, die Straßen sind besser ausgebaut. Der Eindruck, dass Sambia das insgesamt wohlhabendere von beiden Ländern ist, bestätigt sich insbesondere im Vergleich der beiden Hauptstädte, hat Lusaka doch beispielsweise eine richtige Skyline, deutlich mehr Hochhäuser und sogar ein Ampelsystem aufzuweisen. Selbstverständlich sagt all das noch nichts über den Wohlstand der Allgemeinbevölkerung aus, den kann ich aufgrund meines kurzen Besuchs auf keinen Fall beurteilen.

Ähnlich ist die Situation in Simbabwe. Die Hauptstadt Harare übertrifft Lusaka sogar, was die Modernität und Größe der Gebäude angeht, wobei Malawi in puncto Friedlichkeit einige Nasenlängen voraus ist.

Die mosambikanische Stadt Tete ist die einzige Großstadt, die wir bei der Durchfahrt gesehen haben. Fastfood-Ketten und große Schaufenster reihen sich auch hier aneinander; dennoch leben viele Menschen, auch Kinder, auf der Straße.

Kategorien: Afrika

Zur Lage der Nation

Di, 06/29/2010 - 10:18

Ein Wunder ist geschehen! Nach zehn Monaten in Malawi, nein, zehn Monaten bei BACOMA sind nun endlich drei Computer da! Erwartet hatte ich es ehrlich gesagt schon lange nicht mehr, aber nun stehen sie hier und ich kann für die letzten drei verbliebenen Schulwochen in diesem Trimester Computerunterricht geben. Wow!

Computer-Unterricht
Leider wird die als Computerraum deklarierte Kammer mittlerweile als Abstellraum genutzt, sodass der Unterricht in den kleinen Klassenzimmern stattfinden muss. Die Computer müssen also vor jeder Stunde dorthin getragen werden, was aber nicht weiter tragisch ist, da aufgrund der geringen Größe der Klassenräume nur ein Computer verwendet werden kann.

In den Genuss des dreiwöchigen Crashkursen kommen die Klassen Standard 4-6, also acht- bis zehnjährige Kids. Und die reißen sich darum! Schon fünf Minuten vor Beginn jeder IT-Stunde stehen die Schüler im Büro und wollen schon mal Tastatur und Maus rüber tragen.

Der Unterricht selber ist noch sehr einfach. Viele Kinder haben Probleme die Maus richtig zu bewegen und dann noch mit dem Finger zu klicken. Andere dagegen kennen sich schon mit ein paar Formatierungen bei Microsoft Word aus, sodass sich die Kinder gegenseitig helfen könnten. Könnten. Denn bei dem hiesigen Schulsystem gönnt sich keiner was, wird doch am Schuljahresende eine Rangliste nach erzielten Leistungen erstellt.

Arbeitszeiten
Da bei BACOMA aber außer dem Computer-Unterricht keine sinnvollen Aufgaben auf mich warten, beschränken sich meine Arbeitszeiten auf Montag und Dienstag, jeweils ganztags. Mittwoch bis Freitag kann ich nun ganz legal bei Jacaranda verbringen, wo im Moment die Erneuerung der Website auf dem Plan steht.

Hoher Besuch bei Jacaranda
Außerdem haben wir bei Jacaranda am Sonntag als kleine Selbstbelohnung für das gelungene Konzert ein Barbecue veranstaltet und das mit hohem Besuch: Zu Gast war der Innenminister und Polizeichef Malawis, Hon. Aaron Sangala. Mit Militäreskorte kam er aufs Grundstück vorgefahren, hat mit uns gegrillt, unsere Caipirinhas getrunken und mit uns Deutschland angefeuert. Die haben übrigens nur dank unserer Drei-Euro-Deutschland-Trikot-Fälschungen vom Markt gewonnen, da sind wir uns sicher.

Kategorien: Afrika

China meets Jacaranda

Di, 06/22/2010 - 21:52

Zehn Tage lang waren 32 amerikanisch-chinesische Teenager zu Gast bei Jacaranda. Wie schon im Jahr zuvor halfen die Schüler der Shanghai American School mit, ein neues Gebäude zu bauen, haben mit den Jacaranda-Kids gespielt und gelernt und einen musikalischen Beitrag zum Benefiz-Festival geleistet. Morgen fährt die Delegation nach Lilongwe, um einen 20-stündigen Heimflug anzutreten, heute wurden sie offiziell verabschiedet.

Daher hat es sich auch der chinesische Botschafter und selbsterklärter Freund von Jacaranda, Lin Songtian, nicht nehmen lassen vorbeizuschneien. 1,5 Millionen Kwacha (7.500 €) spendet die Botschaft zum Bau von Wassertanks und Brunnen zur Trinkwasserversorgung. Dazu kommen Sachspenden wie Taschenlampen und Bälle. Außerdem wird einem Schüler ein Vollstipendium für eine chinesische Universität angeboten. Alles in allem für Jacaranda also ein sehr erfolgreicher Tag! :-)

Zum Album „Botschafter China“ (26 Fotos)

 

Kategorien: Afrika

Jacaranda pupils shine on cold Friday

Mo, 06/21/2010 - 09:32

It was cold on Friday night in Blantyre but this did not keep away some five hundred plus fans from enjoying a music explosion organized by Jacaranda Foundation at French Cultural Center (FCC).

Jacaranda school pupils were the happiest, firstly because they enjoyed music live from some of the country’s renowned musicians and secondly they have received visitors from Shanghai American School in China.

jacaranda music explosion school band
Die Jacaranda School Band wusste die Menge zu begeistern

The music explosion aimed at raising funds for the Jacaranda School for Orphans was scheduled to start at 5.30pm but it delayed for almost one hour. Starting on a low note, the music concert whose master of ceremonies was Sista Faya, the audience had a surprise package, enjoying ballet from a female student from China. Fans had also another surprise package sampling a Pushpanjali dance from India done by 11 year old Vinita Kamlesh and Lowenira Inrabalan and nine year old Kaavya Suri.

Jacaranda School Band also performed with the dancing team impressing the audience but it took sometime for them to take to the dance floor. Legendary musician Snowden Ibbu took the fans down memory lane playing a renowned song “Chibale”. Dreadlocked Chiozo, real name Jimmy Andersen, playing solo, played the guitar with much ease however, he had the audience singing along after he offered Bob Marley’s “One Love”.

jacaranda music explosion agolosso
Agolosso spielte traditionelle Stücke während des Konzerts

Then came Agolosso providing real traditional stuff and he dished two songs “Kulowa Kufa Ayi” and “Malongelo”. Just as fans thought they were done with reggae, Lilongwe based musician Sally Nyundo jumped on stage and he wowed fans performing several anthems but it was “Ras Amadya Nzimbe”, which dominated the proceedings.

Shanghai American School Band also performed but it was its next performance which attracted people’s attention. This was more like a competition between 15 year old Benjamin Xiong who showed the audience his skills on a lead guitar and 15 year old Xiang Yi Lan who manned the keyboard and a harp. At the end of their battle fans gave them a standing ovation appreciating the talent they displayed.

jacaranda music explosion young kay
Der malawische Hip-Hop-Star Young Kay live bei der Jacaranda Music Explosion

Backed by Impact Sounds Band other musicians who performed were Tigris real name Angella Mizinga who also performed with Young Kay in the song “Anankabango”. Young Kay alongside Maskal also treated the audience to the song “Kuwalakwako Mkazi”. Marco Sadik famed for the song “Linda”, also performed opening with a new song which he did with Jacaranda pupils before shifting to renowned tracks.

Skeffa Chimoto was the last to perform and he had a tough task of taking the audience to another level and he managed to do that opening his account with the song “Nabola Moyo”. He went on to dish other songs including “Bwenzi Langa”, before he bowed out as fans still longed for more.

Special guest Aaron Sangala who was expected to perform did not show up but one of the organizers said he was busy and hence could not make it.

jacaranda music explosion marco sadik
Der Künstler Marco Sadik hat sogar einen Song mit Jacaranda-Schülern aufgenommen

During the concert which was sponsored by among others International Commercial Bank Limited, Shanghai American School, Aqua Pure, Arkay Plastics and FCC, Jacaranda also conducted a raffle draw which saw some people walking away with various prizes.

One concert goer said: “I enjoyed the night because there was both music and dance. For the first time I watched ballet live and I was impressed.” Jacaranda Director Luc Deschamps hailed the audience for their support.

Jacaranda situated in Chigumula provides free education to 400 orphans in Malawi. It was founded by Marie Da Silva who was also present at the concert.

Aus: The Daily Times, Malawi; Sam Banda Jnr; 21. Juni 2010

Kategorien: Afrika

Jacaranda Music Explosion, oder: Wie wir das Haus gerockt haben

Sa, 06/19/2010 - 18:39

Aus und vorbei. Der bisher wahrscheinlich größte Meilenstein in meinem weltwärts-Jahr ist gelegt worden, ein organisatorisches Riesenwerk hat seinen finalen Showdown erreicht. Jacaranda Music Explosion, das seit Wochen von uns vorbereitete Benefiz-Konzert für Jacaranda, ist gestern hochgegangen und hat zwar keinen großen Krater aber einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Sechs Stunden lang haben sieben malawische Künstler und Gruppen, eine Hindu-Tanzgruppe und zwei Schulbands das French Cultural Center gerockt, gepopt, gereggaet, gehipt und gehopt. Auch wenn wir unser Programm um das doppelte überzogen haben (was die letzten Künstler gar nicht gefreut hat) kam während des Konzerts dank der musikalischen Vielfalt keine Langeweile auf und so hat sich niemand über den für malawische Verhältnisse recht hohen Eintrittspreis von 1.000 Kwacha (5€) aufgeregt. Durch das Konzert und den Verkauf von Losen haben wir abzüglich aller Kosten etwa 1.000 Euro 2.500 Euro eingenommen und alle sind sich einig, dass die Jacaranda Music Explosion von nun an zu einem jährlich wiederkehrenden Ereignis ausgebaut werden soll!

Zum Album „The Music Explosion“ (62 Fotos)

Einer der namhafteren Künstler, Marco Sadik, hat mit einigen Jacaranda-Schülern aus dem Chor das Lied „Tilibwino“ („Uns geht es gut“) aufgenommen und das Festival als Bühne für die Erstveröffentlichung genutzt. Herausgekommen ist ein wunderbarer Song, der von dem Leid erzählt, dass man erfährt, wenn man in einem Land wie Malawi als Waisenkind ohne Eltern aufwächst, dass man aber trotzdem nicht verzagen soll, weil es immer wieder Dinge wie Jacaranda gibt, die eine Chance und eine Zukunft sind. Et Voilá:

Die Audio-Datei ist nur im Original-Artikel verfügbar.

Die After-Show-Party fand schließlich in einem Club in Blantyre statt, im Schlepptau eine Reihe bereits betrunkener malawischer Interpreten :-P

Kategorien: Afrika

Der Tag vor der großen Show

Do, 06/17/2010 - 09:16

Wir haben 10.000 Flyer verteilt und 500 Poster aufgehängt, Werbung lief auf vier verschiedenen Radiostationen und sogar einmal im Fernsehen, wir sind im Newsletter vom French Cultural Center, dem Veranstaltungskalender schlechthin und wir haben sogar eine Facebook Fanpage. Was kann also noch schief gehen bei der Jacaranda Music Explosion?

Von 400 verfügbaren Tickets haben wir zwar erst etwa 40 Stück verkauft, aber ein Kartenvorverkauf ist in Malawi sowieso nicht üblich. Nach dem, was wir so gehört und an Feedback bekommen haben, werden weitaus mehr Besucher kommen als wir Tickets verkaufen können. Das ist zwar einerseits Schade für diejenigen, die nicht mehr reinkommen. Andererseits aber ermöglicht uns das, die weiteren Konzerte, die ab jetzt jährlich folgen sollen, in noch größerem Maßstab zu planen.

Der heutige und der morgige Tag werden also äußerst stressig, wir sind mit Aufbauen beschäftigt, die Interpreten proben eifrig, in zwei Stunden startet die letzte Flyer-Session an den weiterführenden, internationalen Schulen, alle sind aufgeregt und müde (weil wir nachts in den Clubs der Stadt die Werbetrommel rühren). Wir freuen uns auf eine grandiose Veranstaltung :-)

Wer vorbeikommen möchte: Freitag, 17. Juni 2010 ab 17:30 Uhr in Blantyre. Eintritt umgerechnet vier Euro im VVK und fünf Euro an der Nachmittagskasse.

Kategorien: Afrika

Funkstille beendet

Do, 06/10/2010 - 17:24

Nach einem Monat Funkstille gibt es nun endlich wieder einen Bericht. Grund für die Schreibpause war ein dreiwöchiger Urlaub mit meiner Familie in Malawi und eine weitere stressige Woche, featuring Umzug, Bandauftritten, Cocktail-Party und Konzertorganisation. Aber der Reihe nach...

Besuch aus Deutschland
Von Mitte Mai bis Anfang Juni waren meine Eltern und mein Bruder zu Besuch. Wir haben uns ein Auto gemietet und fast das ganze Land bereist: Von Lilongwe nach Dedza zum Wandern, dann in den Norden, zum wunderschönen Nyika Plateau, einer nationalparkgeschützten Hochebene mit einmaliger Landschaft und der angeblich höchsten Leopardendichte Afrikas. Haben wir aber keinen kennengelernt. Dafür eine 45-köpfige Elefantenherde im nahegelegenen Vwaza Marsh Nationalpark, die uns praktisch vor die Füße gelaufen ist. Von da aus sind wir nach Karonga weitergefahren, wo der Ursprung des aufrechtgehenden Menschen vermutet wird, haben uns nach Besichtigung der letzten Bambushängebrücke Malawis die Haarnadelkurven nach Livingstonia hochgeschleppt und schließlich in Nkhata Bay am See eine Pause eingelegt.

Zum Album „Dedza Mountain“ (13 Fotos)

Zum Album „Nyika Plateau“ (64 Fotos)

Zum Album „Vwaza Marsh“ (70 Fotos)

Zum Album „Museen“ (6 Fotos)

Zum Album „Livingstonia Mission“ (9 Fotos)

Als nächstes Stand mit kleineren Zwischenstops das Majete Game Reserve und der Nyala Park im Süden auf dem Programm, anschließend die Erkundung von Blantyre und Limbe. Abgeschlossen wurde das dreiwöchige Programm vom Badeurlaub in Cape MacLear. Am Ende waren alle zufrieden und sich sich einig, dass man Malawi auch als Tourist sehr gut besuchen kann!

Zum Album „Nkhata Bay“ (8 Fotos)

Zum Album „Majete und Nyala Park“ (33 Fotos)

Wir sind umgezogen!
Wir haben’s schon selber nicht mehr geglaubt, aber nach langem hin und her sind wir nun nach Newlands gezogen. Der Stadtteil von Limbe liegt zwar recht außerhalb und hat eine schlechte Minibus-Anbindung, das Haus selber macht das aber alles wett. Zudem wohnen wir nun einen zweiminütigen Fußmarsch von unserer Arbeitsstelle bei Jacaranda entfernt und haben sogar dank eines benachbarten Altenwohnheims (das einzige in Malawi) einen Internet-Hotspot der bis ins Wohnzimmer reicht!

Jacaranda Music Explosion
jacaranda music explosion flyer
Flyer zum Benefiz-Konzert „Jacaranda Music Explosion“

Die Vorbereitungen für unser Benefiz-Konzert am 18. Juni laufen mittlerweile auf Hochtouren. Da wir bis zur Show am gleichen Veranstaltungsort, dem French Cultural Center in Blantyre, eine Ausstellung über Jacaranda und seine Unterstützer laufen haben, gibt es auch da viel zu tun. Zuletzt ein Cocktail-Abend mit zweihundert geladenen Gästen zur offiziellen Eröffnung. Auch Marie Da Silva, die Gründerin von Jacaranda und CNN Hero von 2008, war da.

Zum Album „Ausstellungs-Eröffnung“ (8 Fotos)

Auch die Band probt fleißig und hatte am vergangenen Wochenende zwei öffentliche Auftritte beim Sommerkonzert der Blantyre Music Society. Das Publikum war begeistert ;-)

Zum Album „Bandauftritte“ (5 Fotos)

 

Kategorien: Afrika