In Kenia mit weltwärts

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Blog über einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst Weltwärts in Kenia
Aktualisiert: vor 7 Stunden 34 Minuten

Vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan

Sa, 05/15/2010 - 18:36
Wie schon öfters erwähnt, haben wir einen Wechsel in unserer Volunteerarbeit eingeleitet. Momentan wird mein Unterricht von meinen Kollegen übernommen, während wir die körperliche Arbeit selbst angehen. Wir haben das Hauptgebäude der Schule in Angriff genommen und sind zunächst dabei, es von außen zu sanieren. Dafür haben wir eine Veranda bauen lassen, da wir ja leider nicht im Zementieren bewandert sind. Jedoch haben wir danach begonnen, das Gebäude zu streichen, da das dringend nötig war, wie man ja auf den Vergleichsfotos sehen kann.

Unser Headteacher ist sehr begeistert von den Ergebnissen, wir sind allerdings dennoch etwas zwiespältig bezüglich unserer Arbeit. Das liegt daran, dass es hier in der Gegend eher unüblich ist, solche Arbeiten selbst vorzunehmen. Es wäre also möglich, dass man (uns gegenüber natürlich nicht offenbar) meint, wir würden uns mit dieser Arbeit als weiße auf den Stand eines Handwerkers 'herablassen'. Ich möchte hier auf keinen Fall handwerkliche Berufe herabstufen, lediglich darauf hinweisen, dass sie in Kenia weniger angesehen sind als andere und es eigentlich undenkbar ist, das weiße diese Jobs machen.
Allerdings ist es für mich auch eine gewisse Freude, solche eventuell so denkende Personen zu provozieren und auszudrücken, dass ich solch ein System nicht gutheiße.
Nunja, unabhängig davon sind wir jedenfalls schon sehr weit gekommen, das Hauptgebäude ist fast fertig gestrichen, die vordere Front ist getan, die hintere Seite auch schon fast. Da meine Projektpartnerin Nadine einige Spenden bekommen hat, können wir die Sanierungsaktion fortführen. Ich werde meinen Unterricht teilweise wieder aufnehmen, was ich behalte wird sich noch entscheiden.
Kategorien: Afrika

Fotostrecke - Ruinen bei Mombasa (Watamu)

Sa, 05/08/2010 - 22:40
Kategorien: Afrika

OP in Nairobi

Fr, 05/07/2010 - 12:02
In der letzten Ferienwoche war's soweit: Duncan und ich sind gemeinsam zum finalen Schritt der Augenkorrektur nach Nairobi gereist - der Augenoperation.
Duncan war ganz gut gelaunt, ich eigentlich auch, nur das ich die Befürchtung hatte, dass die Kosten der ganzen Geschichte doch den mir nur mündlich zugesicherten Preis (etwa 150 €) übersteigen würden. Das kommt hier z. B. bei Handwerkern sehr häufig vor, was dann öfter zu einem belasteten Abschluss eines Auftrags führt.
Unser Termin war erst am nächsten Tag, also fuhren wir zu David Monari (unser Koordinator in Nairobi) und verbrachten dort den Rest des Tages.
Am nächsten Tag, vormittags, fuhren wir zur Klinik und kamen ungewöhnlich schnell an die Reihe. Die gleichen Tests, die auch schon beim letzten Termin gemacht wurden, wurden erneut vorgenommen und ich wurde zur Kasse gebeten. Überraschenderweise war es sogar weniger. Für zwei Übernachtungen und OP wurden mir gerade mal 95 € berechnet. Wer hätte das gedacht? Duncan hatte schon diesen Tag in der Klinik zu bleiben, obwohl die OP erst am darauffolgenden Tag stattfinden sollte. Ich versorgte den zu dem Zeitpunkt noch gut gelaunten Duncan mit etwas Soda und Keksen, dann bat man mich zu gehen, da es strikte Besuchszeiten gibt.
Duncan schien sich dort mit so ziemlich allen ebenfalls stationierten Patienten zu unterhalten, zumindest konnte er mir über die meisten im Nachhinein etwas erzählen. Am nächsten Tag besuchte ich ihn nochmals zu (unmenschlichen) Besuchszeiten, von 6 bis 7 Uhr morgens und wir vereinbarten, dass er mich anriefe, sobald er erführe, wann er an die Reihe käme, da man uns vorher keine Uhrzeit sagen konnte. Am frühen Nachmittag erfuhr ich dann von seiner Mutter, dass er schon unter dem Messer liege. Ich fuhr mit Aggrey, David Monaris Neffen in die Klinik, wo wir den eben aufgewachten Duncan antrafen. Seine Augen waren am bluten und er bekam sie nur zu 1mm-Schlitzen auf, sodass man nichts von der Veränderung sehen konnte. Er war auch noch völlig benommen, sodass es gut war, Aggrey dabei zu haben, da er nur Kikisii sprach (die Sprache der Kisiis). Aggrey meinte später, er hätte trotzdem nur die Hälfte verstanden, da der Rest Unsinn gewesen sei. Wir ließen ihn wieder allein, sodass er schlafen konnte.
Am nächsten Morgen war er schon soweit, die Klinik zu verlassen. Die Augen waren zwar noch lichtempfindlich und knallrot, aber er konnte sie benutzen. Und das beste: Kein Schielen mehr! Auf den Fotos ist das auch zu erkennen, leider sind sie diesmal qualitativ auf sehr viel schlechterem Niveau als gewohnt, da ich meine Kamera vergessen hatte und die Bilder mit dem Handy machen musste. Ich brachte Duncan zu David, wo er alsbald wieder ins Bett ging, immer noch ziemlich schwach. Am nächsten Tag besorgte ich ihm eine Sonnenbrille und wir fuhren zurück nach Kisii, wo seine Eltern schon auf ihn warteten und sich auf uns freuten.
Nächste Woche ist noch mal ein Kontrolltermin fällig, jedoch werde ich ihn dort alleine hinschicken, da ich meine Arbeit nicht so vernachlässigen kann. Er wird dann jedoch von Aggrey und David betreut, sollte also keine Probleme haben. Mittlerweile geht es ihm auch wieder ganz gut, die Augen sind zwar noch etwas rot, aber er konnte wieder in den Schulalltag zurückkehren.

Durch die vielen Fahrten nach Nairobi und Übernachtungs-/Essenskosten ist schon ein stolzer Betrag für die gesamte Aktion zusammengekommen. Ich möchte mich herzlich bei meinen Unterstützern in Deutschland bedanken, auch im Namen Duncans, der nun eindeutig besser koordinieren kann (Veränderungen diesbezüglich ließen sich schon sofort nach seiner Entlassung bemerken) und sein Leben unbeschwerter leben kann.
Kategorien: Afrika

Mombasa die zweite - Sextourismus, Strand und Ruinen

Di, 05/04/2010 - 19:55
Der zweite Versuch, einen schönen Urlaub in Mombasa zu haben hat zum Glück geklappt. Ich konnte bei zwei Freiwilligen wohnen, die dort in einem Kinderheim arbeiten. Zunächst war René ebenso da, also sind wir gemeinsam etwas herumgezogen, zunächst zum bekanntesten Strand, Diani Beach, etwas südlich die Küste runter. Der Strand war traumhaft, gerade auch, weil wir nicht in der Touristensaison da waren, es also ziemlich leer war.
Leider hatten die in Mombasa viel vertretenen Beach Boys deshalb auch nichts zu tun, sodass einer sich entschied, uns für etwa 3-4 Stunden mit seiner Anwesenheit zu beehren. Er sprach perfektes Deutsch, Französisch, Italienisch und selbstverständlich Kiswahili und packte viele Tricks aus, um sich mit uns anzufreunden, so etwa zu behaupten, wie toll die deutschen wären, während die anderen Touristen doch nichts drauf hätten usw.
Als er dann ging, bat er noch eine Viertelstunde um Geld, da er uns ja so viel erzählt hätte und so nett gewesen wäre. Weil wir ihn ja auch unbedingt dazu aufgefordert hatten. Nunja.In der Bar/Restaurant in dem wir zu Mittag aßen, tummelten sich einige ältere weiße Personen, jeweils mit deutlich jüngeren, afrikanischen Partnern, mit denen sie sehr körperliche Beziehungen zu pflegen schienen. Schwer den Sextourismus in Worte zu fassen, Abartigkeit war unserer Meinung nach die treffendste Definition.
René wollte es dann genau wissen, also hat er vorgegeben, ein Sextourist zu sein und meinte zum Kellner, er sei auf der Suche nach Mädchen, ob es denn hier welche gäbe. Der Kellner fragte, ob er denn zahlen würde, René bejahte. Er könne uns gleich welche besorgen, wenn wir wollten, wir sollten so mit 1000-2000 Schillingen (10-20 €) rechnen. Sehr deprimierend irgendwie.

Auch sonst sieht man in Mombasa des Öfteren ältere weiße mit 40 Jahre jüngeren Afrikanern/innen an der Hand.

Ein zwei Tage später kamen noch einige andere Freiwillige vorbei, mit denen wir alte arabische Ruinen besuchen waren, dabei kam man sich vor wie ein Entdecker im Dschungel, vieles war zugewachsen und hier und da traf man einige Affen (Fotostrecke folgt bald).
Anschließend ging's an den Strand nördlich von Mombasa, der auch sehr schön war, leider war das Wasser voller Algen und sonst was, da ja keine Touristensaison war. Aber dennoch toll!

Noch ein paar Tage später kam Nadine mit einem Teil ihrer Familie vorbei, wir waren im Fort Jesus und der Altstadt (Fotostrecke dazu hier).
Dann hat es leider angefangen zu regnen, was zwar in Mombasa eigentlich sonst nie vorkommt, aber es war eben gerade so etwas wie Regenzeit. Die restlichen Freiwilligen waren auch schon wieder weg, also bin ich zurück nach Kisii gefahren. Immerhin diesmal ohne Verletzung.
Kategorien: Afrika

The Great Comeback

Mo, 05/03/2010 - 15:18
Wieder da! Jetzt muss ich schon so beginnen wie man das sonst auf Blogs liest, die alle drei Monate mal einen Beitrag verpasst bekommen. Fakt ist, ich hatte den, von vielen angekündigten Motivationstiefpunkt. Ist auch noch nicht ganz vorbei, wird aber denk ich jetzt wieder. Um einen kurzen Überblick zu geben, was in der letzten Zeit passiert ist:

In der Schule wurden die End-Term-Examen geschrieben, dann waren Ferien. Mein Plan war es ja gewesen, direkt zu Beginn nach Zanzibar zu fahren, das ist aber ins Wasser gefallen. Einen Tag vor der Abreise wurde, klar, dass mein Reisepass während dieser Zeit in Nairobi sein muss, um eine Visaverlängerung zu bekommen. Da gäbe es jetzt viel zu beschreiben, das ist aber eher langweilig, die Sache war jedenfalls, dass es keinen Ausweg gab, das Problem zu umgehen, also musste ich dableiben.
Stattdessen bin ich einige Tage nach Mombasa gefahren, da gab es ja noch etwas Urlaub nachzuholen, wie sich ein mancher vielleicht erinnert.
Nach meinem kurzen Urlaub ging es sofort mit der Streichaktion los. Mit Unterstützung der Freiwilligen Yannic und René aus dem Kisii Waisenheim haben wir viel am Hauptgebäude verändert. Eine Woche lang haben wir uns gemüht, dann stand eine weiter Tour mit Duncan an.
Die Operation in Nairobi. Das hat einige Tage gedauert, schonmal soviel: Die OP ist gut verlaufen und hatte Erfolg.
Heute hat die Schule wieder angefangen, ich werde jedoch erst einmal weiterstreichen, da das Projekt noch nicht fertig ist.

Soviel über die Ereignisse im kurzen, genauere Beschreibungen folgen alsbald.

Danke an alle, die mir gesagt haben, dass sie meine Blogeinträge vermissen, ist schön das zu hören!

Liebe Grüße aus Kenia,
Simon Sebastian
Kategorien: Afrika