Vom 16. bis 29. März war ich wieder unterwegs. Diesmal lag das Ziel außerhalb Malawis. Sansibar – die beliebte Insel in Tansania. Zusammen mit Hannah, Freiwillige aus Rumphi, und Katharina, ihre Freundin aus Deutschland machten wir uns auf den Weg.
Ich habe während der Zeit Reisetagebuch geschrieben und werde davon das meiste jetzt einfach hier übernehmen, es ist sehr ausführlich. Aber es gibt bestimmt jemanden, der Zeit und Interesse daran hat alles zu lesen.
16. März
Eine Stunde Fahrt mit dem Minibus vom TTC zum Busdepot! -.- Rushour in Lilongwe. Nach nur einer halben Stunde (!) am Busdepot ging es schon los im Bus nach Mzuzu. Aber vorher eine viertel Stunde im vollen Bus stehen, bei brühender Hitze. Shari (Freiwillige aus Rumphi, wir sind zusammen nach Rumphi gefahren) und mir lief der Schweiß, sogar von den Händen. Bis kurz vor Kasungu stehen. Ein netter Malawier bot mir seinen Platz an. Ein Malawier, der mal wieder meinen Vorurteilen zum Opfer geworden ist, ich hielt ihn erst für einen ekligen, betrunkenen Typ. War er aber nicht. Er schimpfte mit einem Kind, das am Straßenrand Wasser verkaufte. Es sollte keine Sachen verkaufen sondern in der Schule sitzen, er kaufe nichts von Schulkindern. Sehr bemerkenswert, und er hat so recht, leider ist es nicht so leicht umsetzbar. In Kasungu am Busdepot gab es leckere Samosa, frittierte Teigtaschen mit Fleisch oder Gemüse gefüllt.
Mzuzu: Ein anstrengedes Busdepot. Alle stürmen auf ein ein und wollen dich in ihrem Bus haben, egal wo du hin willst und sie hinfahren. Sie nehmen dir dein Gepäck ab, wenn man nicht aufpasst und tragen es schon zu dem Bus auch wenn man da nicht hin möchte. Und alle schreien und reden auf dich ein. Die meisten sind betrunken. So geht es bei jedem Busdepot zu, an manchen ist es schlimmer, bei anderen besser. Aber wir bekamen einen Minibus, der (viel zu) schnell fuhr. Dann endlich eine glückliche und heile Ankunft in Rumphi. Abends aßen wir noch im Mpeche, dem Stamm-local-restaurant der Rumphis. Reis, rote Bohnen, Soup und Eggs mit Cola. Ein leckeres, typisches Abendbrot.
Ich stelle gerade fest, es ist wirklich zu ausführlich und zu viel zu schreiben. Ich werde es doch etwas kürzer fassen. Obwohl der 17. ist wieder ok.
17. März
Eine kurze Nacht (Mosquitos, unbequeme Matratze – Pepani Rumphi ;)), malawisches (malawisch für uns) Frühstück (Toast mit Butter und Salz, Banane) ganz untypisch mit Kakao. :) Lift im bequemen Auto zur großen Straße. Minibus nach Karonga. Wunderschöne Strecke am See, die gefährliche (es stürzen regelmäßig Fahrzeuge den Abhang runter) kurvenreiche Straße haben wir überstanden. Karonga – super heiß! Sehr stressiges Busdepot. Auto zur Grenze – Drei Stunden für 45 km. Korrupte Polizeibeamte, nicht nur hier, überall im Land. Polizisten, die ihre Macht ausnutzen.
Eine Stunde an der Grenze, überall Menschen, die es allen zeigen, wenn sie ein bisschen Macht über sie haben. 50$ für das Visum. Der Grenzbeamte tauscht uns Geld, Mittelmann für illegale Geschäfte.
Tansania!
Ein kleiner Marsch zu einem Bus nach Mbeya. Eine total schöne Strecke, grüne Hügel, Täler und Berge. Wälder von Bananenstauden. Bananen überall. Erste kulinarische Erfahrung: gegrillte Kochbananen – sehr lecker! Lauter Obst, sogar Birnen! Die gibt es in Malawi nicht, Äpfel auch nur teuer importiert aus Südafrika. Eine total liebe Tansanierin neben Katharina, eine süße Frau mit zwei Kindern und Mann neben Hannah. Ein Tansanier, den wir halb angefahren haben.
Ankunft in Mbeya. So viele Menschen am Busdepot, die wieder etwas von uns wollten. Ermüdend, entnervend. Ein Guest House gefunden, ziemlich miese Absteige, Uringeruch, Kakerlaken, Ameisen im Bett. Aber für eine Nacht ok. Gang zur Bank, Shilling holen. Drei Mädels alleine, ein bisschen unheimlich. Betrunkene Soldaten mit Gewehr.
18. März
07.00 am Busdepot auf der Suche nach einem Bus nach Iringa. Nach einem Tee und einem Chapati (typisch tansanischer Fladen) ging es los. Nach scheinbar endloser Stadtlandschaft, Sonnenblumenfelder, Maisfelder, grüne Wiesen und Berge in der Ferne. Meine Sitznachbarin, eine alte süße Omi, die mich sofort an die meinige erinnerte, Trauer. Aber der Omi auf dem Sitz neben mir konnte ich eine riesige Freude machen in dem ich ihr zwei Bananen schenkte. Da macht Teilen noch richtig Freude.
Die ganze Zeit von Allergie geplagt kamen wir nachmittags in Iringa an. Eine ganz nette Unterkunft, ein Doppelbett zu dritt mit einigermaßen sauberem Bad.
Viele der Chintenche, Stoffe, die sich die Frauen umbinden und überall für benutzen, in Malawi kommen aus Tansania, in Tansania kommen die Stoffe aus Nigeria. Unsere Rucksäcke waren hinter etwas schwerer und wir an Stoff reicher. Ein wunderschöner überdachter Markt. Fisch, Erbsen, Bohnen in allen möglichen Farben, Gewürze, Gemüse, Obst, alles was es hier eben so gibt.
19.März
Früh auf der Suche nach einem Bus nach Dar es Salaam. Unterwegs Safari durch einen kleinen Nationalpark, im Preis und der Stecke des Busses mit einbegriffen. Giraffen, Elefanten, Zebras, Gnus, Warzenschweine, Antilopen. Leider ist der Bus sehr schnell gefahren. Eine bemerkenswert vielfältige Landschaft, kleine kurvige Straße die grünen Berge hinunter ins Tal, wieder hinauf, Steppe, wieder Berge, Wechsel der Farben. Richtung Dar es Salaam, flacher, heißer. Entgegen der malawischen Art machen Tansanier die Fenster in den Bussen eher nicht auf, lieber schwitzen sie vor sich hin.
Überhaupt, Malawi – Tansania.
Tansania ist reicher als Malawi, das Einkommen durchschnittlich höher und so weiter. Vor allem auf der Fahrt nach Dar es Salaam ist mir es aufgefallen, die Menschen sind wesentlich besser gekleidet als in Malawi.
In Malawi wird alles in Plastiktüten eingepackt, für Streetfood wird in Tansania hingegen Zeitungspapier wiederverwertet. In Malawi gibt es aber auch Wälder von Kautschuk-Bäumen.
Reisen mit dem Bus ist in Malawi auch wesentlich aufregender und stressiger. Gut, Busdepots sind überall stressig. Aber in Tansania fahren die Busse zu festen Zeiten ab, Tickets können vorher gekauft werden. Der Bus fährt zu seiner festen Zeit los, auch wenn noch Plätze frei sind. Nicht so in Malawi, hier gibt es keine festen Zeiten, der Bus fährt erst, wenn alle Plätze voll sind und die Leute im Gang stehen. So verbringt man oft einen Teil der Zeit mit Warten, darauf dass der Bus voll wird. Hier fahren auch nicht so schöne Reisebusse wie in Tansania, in denen ein Fernseher zur Standardausrüstung gehört. Die Tansanier schauen dann auch lieber bekloppte Serien oder Filme als den Zebras beim Grasen zuzugucken.
Zurück nach Dar es Salaam. Eine nette Tansanierin brachte uns vom Busdepot zum Minibusdepot und sorgte dafür, dass wir den richtigen Bus zu einem Hotel bekamen. Leider war es voll und eine Taxifahrt und Stunden später fanden wir dann ein kleines ganz nettes Hotel. Ein Gang zum Hafen, zum indischen Ozean! Über die Fährverbindungen informieren. Essen, Sansibar-Pizza, Reis und Fisch. Ein erstes Mal Tamarinden-Saft. Sehr sauer, aber lecker. Trotz kalter Dusche läuft der Schweiß. Malawi is warm – Tansania is hot!
20. März
Ein leckeres Frühstück. Das Essen ist in Tansania generell vielfältiger und damit auch besser. Außerdem gibt es viele Säfte, nicht so in Malawi, die sind hier sehr teuer und nicht frisch.
Am Fährterminal ging es dank unserer Bekanntschaft vom Vorabend, ein netter Opa mit Hut, auch sehr schnell unsere Tickets zu bekommen. 40$ hin und zurück. Trotz VIP-Karten haben wir lieber draußen an Deck gesessen. 3,5 Stunden Fährfahrt auf spiegelglattem Wasser, leider ohne Wale oder Delphine. Türkisblaues Wasser, weiße Sandstrände und die Häuser von Stone Town bieten ein schönes Panorama bei der Ankunft von See aus.
Auf Sansibar angekommen, mussten wir „neu einreisen“, ein neuer Stempel im Pass. Verfolgt von zwei Typen suchten wir in dem Gewirr aus kleinen verwinkelten Gassen ein Guest House. Ziemlich genervt von unseren Verfolgern und davon, dass wir das Guest House nicht finden konnten, checkten wir dann in einem anderen Hotel ein. Unsere Begleiter werden von bestimmten Hotels dafür bezahlt, dass sie Touristen dahinführen. Allerdings wollten wir das nicht und sie gehörten auch nicht zu den Hotels, wo wir hinwollten. Es war super nervig mit denen.
Im Hotel angekommen, ging es auch gleich wieder los Stone Town erkunden, ein bisschen Postkarten u.ä. einkaufen und dann in die Forodhani-Gärten zum Essen. In den Forodhani-Gärten bauen abends Einheimische ihre Stände mit reicher Auswahl an Essen auf und Touristen und Insulaner vermischen sich bei leckerem Abendessen, schönen Sonnenuntergängen und süßem Zuckerrohrssaft. Zusammen mit neuen Bekannten, zwei Kanadier und einem Massai waren wir dann noch in einer Bar ein Bierchen trinken – Kilimanjaro. Auf dem Weg zurück ins Hotel, was wir erstaunlicherweise ohne große Schwierigkeiten fanden, wurden wir noch zu einem Tässchen Kaffee von eigentlich ganz netten Muslimen vor einer Moschee eingeladen. Sehr überraschend, aber auch überraschend nett. Wir waren aber sehr müde, deshalb machten wir uns bald wieder auf den Weg.
21. März -Pias Geburtstag-
Ausgiebige Bummel- und Shopppingtour durch Sansibars Stone Town. Die Mischung aus wirklich heruntergekommenen und schön restaurierten Häusern macht eine tolle Atmosphäre. Besonders schön fand ich die großen aus Holz geschnitzten Türen. Sie erinnerten mich ein bisschen an die schönen grünen Türen (Ost)Frieslands. Aber auch die Menschen der Stadt tragen zu ihrer Atmosphäre bei, das harmonische Zusammenleben verschiedener Religionen und Kulturen. Eine Moschee direkt neben einer Kirche und zwei Straßen weiter ein Hindu-Tempel. Verschleierte Frauen prägen das Bild von Sansibar – und es völlig normal. Der Markt bot auch wieder ein reiches Angebot. Frischer Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse, allerlei Gewürze und Stoffe in allen Farben sind auf den Warentischen zu finden.
Gegen Mittag machten wir uns auf den Weg zum Busdepot, in einem Dalla-Dalla ging es Richtung Norden von Sansibar, nach Kendwa. Auf dem Weg bekamen wir auch die nicht touristische Seite zu sehen. In ein Dalla-Dalla passen noch mehr Menschen als in einen Minibus und das Gepäck wird auf dem Dach verstaut. Mal wieder schweißgebadet kamen wir bei unserer kleinen Lodge am Strand an. Hannah, Katharina und ich waren überwältigt vom Anblick des Ozeans. Es war traumhaft schön, wie es immer so auf Plakaten aussieht, weißer breiter Sandstrand, türkisblaues Meer. Wir genossen unser erstes Bad im Indischen Ozean. Abends gab es wieder leckeren Fisch in Kokosnusssauße. Bei einem Cocktail bewunderten den Sternenhimmel und freuten uns unseres Glücks dort sein zu können.
22. Geburtstag -Martas Geburtstag-
Ein enttäuschendes Frühstück in der Lodge, dann doch schon lieber auf dem Ozean treiben lassen. Bekanntschaften ließen auch nicht lange auf sich warten. Ein junger Finne bewohnte die Hütte neben uns und zwei Briten wohnten auch in der Lodge. Einer der beiden begleitete uns auch nach Nungwi, das nächste Dorf am nördlichsten Zipfel Sansibars, Touristenhochburg. Bei Niedrigwasser kann man von Kendwa nach Nungwi am Strand lang laufen. Spannend mal andere Gezeiten als Ebbe und Flut der Nordsee zu sehen. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir am Strand. Ich hätte mich auch großartig auf Norwegisch verständigen können, ca. ¾ aller Touristen kamen aus Norwegen und ein paar aus Schweden und Dänemark. Unsere Hütte wurde ein bisschen unheimlich, des Abends teilten wir sie mit Ratten. Wieder gab es Fisch zum Abendessen und einen Cocktail in der Strandbar, den letzten Abend nutzen wir und schwangen ein bisschen das Tanzbein, als einzige Weißen…
23. März
Den ganzen Vormittag genossen wir noch den Strand, für einen geplanten Schnorchelausflug hatten wir leider nicht mehr genug Zeit. Mittags machten wir uns nämlich wieder zurück auf den Weg nach Stone Town. Dort fanden wir zufällig die Flamingo-Lodge, in die wir eigentlich die erste Nacht auch wollten. Auch zufällig trafen wir dort Franzosen wieder, die wir auf der Fährfahrt kennen gelernt hatten. Hannah war die Busfahrt nicht so gut bekommen, deshalb machten Katharina und ich uns alleine auf die Suche nach etwas Kleinem zu Essen. Wir gaben Hannah ein bisschen Zeit wieder fit zu werden. Zusammen buchten wir eine Spice-Tour für den nächsten Vormittag, bevor wir Hannah wieder zurück ins Hotel brachten. Katharina und ich gingen zusammen in die Forodhani-Gärten Abendessen und kamen dann auch bald wieder. Es ist sehr anstrengend zu reisen und so viel Sonne.
24. März
Unser letzter Tag auf Sansibar begann mit einem wunderbaren Frühstück über den Dächern der Stone Town. Frisches Brot, Obst, Omelett mit Kaffee/Tee wurde uns auf der Dachterrasse serviert. Danach ging es los zur Spice-Tour, in einem Minibus voller Touristen ging es zu einer Gewürzplantage, zusammen mit zwei weiteren deutschen Mädels, drei Amis, einer halb-Kanadierin, einem Holländer und zwei Schwedinnen. Ein netter Tansanier führte uns durch den Dschungel von Gewürzbäumen und erklärte uns alles auf eine sehr witzige Art. Das Ganze war schon sehr touristisch gemacht, aber es hat mir super gut gefallen und war total interessant. Von der Plantage ging es noch zu dem Persischen Bad „Kidichi“, eine nicht sonderlich spannende Ruine. Von dort in ein Dorf, wo wir Lunch bekamen. Lecker gewürzten Reis mit Kokonusssauße, grünen Blättern und Chapati. Nach dem Essen fuhren wir nach Mangapwani, wo wir ehemalige Sklavenhöhlen besichtigten und ein Teil der Gruppe noch schwimmen waren.
Wieder zurück in Stone Town machten wir einen letzten Bummel durch die Stadt und kauften letzte Souvenirs und Mitbringsel. Vom Abendessen in den Forodhani-Gärten mit den beiden Deutschen von der Spice-Tour ging es direkt zur Fähre. Eigentlich wollten wir uns dort mit den beiden Schwedinnen treffen und zusammen zurück fahren, aber die kamen nicht. Um 22.00 legten wir auf Sansibar ab und liefen gegen 06.00 in Dar es Salaam ein. Die Fähre ankert auf dem Weg. Im Gegensatz zum Hinweg war der Rückweg ein kleines Abenteuer, denn es schaukelte sehr.
25. März
Von der Fähre runter ging es gleich frühstücken und dann in das Hotel von der ersten Nacht in Dar es Salaam. Bevor Katharina sich auf den Weg zum Flughafen machte, waren wir noch auf dem Fischmarkt von Dar es Salaam. Auf jeden Fall sehr beeindruckend. In einem Internetcafé nutzen wir noch die Möglichkeit Fotos zu transferieren. Mein Kameraproblem hatte ich gelöst, ich durfte Janniks Kamera mitnehmen. Nachdem Katharina in einem Bus zum Flughafen saß, liefen Hannah und ich noch ein bisschen rum und nutzen die Gelegenheit bei Subway (!!!) einen Veggie Delight und einen Cookie zu essen! Es war herrlich! :)
26. März
Der eigentliche Plan war gewesen sich heute mit den Briten vom Strand zu treffen und mit ihnen zusammen mit dem Zug zusammen nach Mbeya zurück zu fahren. Leider fuhr der Zug den Tag nicht und für einen Bus war es schon zu spät, also hatten Hannah und ich einen Tag in Dar es Salaam extra. Das wussten wir zu dem Zeitpunkt aber noch nicht. Nach einem gemütlichen Frühstück ging es ins Internetcafé und vorher noch in die Touristeninformation, wo uns sicher gesagt wurde, dass der Zug nicht fährt. Auf der Suche nach einem gemütlichen Café, wo wir alles weitere planen wollten, verschlug es uns in das Kempinski-Hotel, das teuerste Hotel der Stadt, in die Bar auf dem Dach. Leider oder zum Glück für unseren Geldbeutel war die Bar noch geschlossen. Wir staunten ein bisschen über den tollen Ausblick und das teure Hotel bevor wir uns weiter auf die Suche machten. Bei Cappuccino, Saft und heißer Schokolade planten wir und schrieben Postkarten bzw. Reisetagebuch. Kurzum wir versuchten das Beste aus unserem unfreiwilligem Tag in Dar es Salaam zu machen. Wir besuchten noch den Botanischen Garten, der aber eher ein Reinfall war. Stattdessen gingen wir in einen Bücherladen, wo es uns ziemlich lange hielt. Mit einem Taxi, den Luxus leisteten wir uns, ging es zum Busterminal der Scandinavian Line. (Ich frage mich, woher der Name kommt..) Von dort aus liefen wir zum Hotel zurück. Wir kamen uns echt bescheuert vor da wieder aufzukreuzen, nachdem wir morgens ausgecheckt hatten und einen Tag unser Gepäck durch Dar es Salaam trugen. Aber – That’s Africa.
Auf dem Weg nach Abendessen fanden wir ein total schönes Viertel, Straßen mit lauter kleinen Restaurants, wo draußen gegrillt und gegessen wurde. Das Leben findet hier wirklich draußen statt. Es waren viele Leute unterwegs und der Unterschied zwischen reich und arm wurde auch wieder mehr deutlich. Wir aßen unser letztes Essen in Dar es Salaam bevor wir uns, dann schon im Dunkeln, wieder auf den Weg ins Hotel machten. Von Frauen mit kleinen Kindern auf dem Rücken angebettelt werden und zu sehen wie sie am Häuserrand ihre Nachtlager aufschlagen ist schrecklich. Ein Jungs bettelte uns auch an und ließ meine Hand nicht mehr los. Es ist so schwierig in solchen Situationen das richtige Verhalten zu finden. Irgendwie ist man so macht- und hilflos der großen Armut anderer gegenüber und man selber hat so viel, dass es uns möglich ist in diese Länder zu kommen und Tourist zu sein. Ein schwieriges Thema.
27. März
Um 05.00 klingelte der Wecker, packen und zum Busterminal. Um 06.15 sollte der Bus losfahren und um 18.30 sollten wir in Mbeya sein. Klingt gut. Mit zwei Stunden Verspätung sind wir dann auch losgefahren.. Wir trafen am Terminal zwei Australier, die Hannah schon mal in Mocambique getroffen hatte. Zufall. Nach 16 Stunden im Bus sitzen, kamen wir dann endlich in Mbeya an. Unterwegs konnten wir wieder die tolle Landschaft genießen. Die meiste Zeit aber schliefen wir. Nur beim Nationalpark natürlich nicht. Wir hatten eben viel Glück wie auf dem Hinweg. Wieder Giraffen, Elefanten, Zebras, Antilopen, Büffel etc. konnten wir vom Bus aus sehen. Der Versuch Fotos zu machen ist aber nicht so gut gelungen.
In Mbeya am Busdepot war es wieder schrecklich, aber diesmal hatten wir ja auch noch männliche Begleitung, damit fühlt man sich so viel sicherer. Die Australier und wir gingen wieder in die Absteige von der Hinfahrt, gefolgt von einem super nervigen, betrunkenen Tansanier. Aber der Hotelbesitzer sprach ein Machtwort und wir waren ihn los. Die Busfahrt hatte ihre Folgen, normalerweise wird Hannah und mir nicht schlecht, anders bei der Fahrt…
28. März
Mit den Australiern zusammen suchten wir ein Bus zur Grenze und nach sechs Stunden hatten wir dann die 100km zur Grenze auch geschafft. Ein letztes Mal tansanische Landschaft genießen. Unterwegs trafen wir noch drei Holländer, zusammen passierten wir die Grenze und fanden ein Auto, das und nach Karonga fuhr. Zu siebt mit sieben großen Rucksäcken, war es ziemlich eng im Auto.
Von Karonga ging es im Minibus wieder Richtung Rumphi, endlich. Wir überlebten auch wieder die gefährliche Strecke, aber diesmal ging es auch hoch und nicht runter, da fahren die Busse dann auch sowieso nicht ganz so schnell. Es war auch total schön wieder in Malawi zu sein, ein Gefühl von nach Hause-kommen. Und der schöne See. Im Hellen kamen wir sogar noch in Rumphi an. Zusammen mit den Australiern gingen wir dann noch zu Mpeche Essen und hatten einen schönen Abend mit den Rumphis. Ich hatte mich auch schon wieder auf Reis und Bohnen bei Mpeche gefreut, aber leider gab es keine Bohnen.
29. März
Der letzte Tag der Reise, zurück nach Lilongwe. Nach einem Markt- und Schneiderbesuch in Rumphi ging es zusammen mit den Australiern im Minibus nach Mzuzu. In Mzuzu trennten sich unsere Weg, sie fuhren weiter nach Nkhata Bay, wo sie einen Monat in einer Lodge als Freiwillige arbeiten. Ich fuhr weiter nach Lilongwe. Im Bus musste ich auch nicht lange warten und dann ging es schon los. Nach sechs Stunden Fahrt durch das schöne Malawi war ich dann auch schon angekommen. Da die Minibusse alle voll waren, lief ich die letzten Kilometer zu Fuß. Es war total schön wieder nach Hause zu kommen!
Alles in Allem war es eine total schöne Tour, wir sind immer heile angekommen, es ist nichts weggekommen und nichts passiert. Ich bin sehr froh mitgefahren zu sein und Danke an Hannah und Katharina, dass ihr mich mitgenommen habt!
Die letzten drei Tage verbrachte ich mehr oder weniger mit Arbeiten. Heute ist Karfreitag, ein Feiertag. Wir haben wieder ein bisschen Besuch und morgen fahren wir in den Norden nach Nkhata Bay. Dort bleiben wir bis Montag, Ostern am See. Montag geht dann die Fähre zu der Likoma Insel, wo wir die nächste Woche verbringen werden. Da freue ich mich schon drauf. Es ist ein bisschen komisch immer den Malawiern zu erklären, dass man jetzt wieder nicht da ist. Für sie ist es einfach so unrealistisch so viel durch die Gegend zu fahren.