Bahsa Indonesia

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Mein neues Zuhause für die nächsten 12 Monate; 11.561 km und 20 Flugstunden von der HeimatMokoFeed2010-09-04T21:25:30+02:00
Aktualisiert: vor 1 Tag 13 Stunden

Bye Bye Blackbird

Do, 08/26/2010 - 09:57

Wie im Flug vergingen die letzten Wochen, auch wenn es mir damals noch wie eine Ewigkeit vorkam, bis ich endlich wieder in Deutschland sein wuerde. Nach dem Abschlussseminar, einer Hochzeit, einer schoenen Abschiedsfeier im Waisenhaus und 3 Wochen in Kambodscha, sind es jetzt gerade mal 5 Tage, die ich noch im Waisenhaus verbringe. Da meine Mitbewohnerin Miriam schon seit letzter Woche wieder in Deutschland ist, kommt mir diese Zeit jetzt schon vor wie ein Traum oder eine Erinnerung vergangener Momente.

Eine wunderschoener Abend

Es haette nicht besser sein koennen. Die netten Worte der Obrigkeit, eine gelungene Jam Session Performance mit den Jungs vom Waisenhaus, die 174 Pfannekochen, die rechzeitig fertig wurden und der Besuch meines Freundes Wisnu; all das machte unsere Abschiedsfeier in Salatiga zu einer wunderschoenen Erinnerung. Wisnu, ein Student der selbst fuer 2 Jahre in Deutschland wohnte, stellte Anfang des Jahres mit Freunden eine Art Zelt-Schatten-Puppentheater auf die Beine, die an das indonesische Wayang anknuepft. Sie sind eine super Truppe, sehr lustig und kreativ; kreativ genung, um die Stuecke spontan aufzufuehren und gewuenschte Inhalte wie Hygene, Traeume fuer die Zukunft der Jungs, Muelltrennung etc. noch einzubringen. Im Nachhinein sagten die Studenten, dass es ihre beste Vorfuehrung war, was vor allem am Interesse und dem „Mitfiebern“ der Waisenhaus-Kinder lag. Was kann ich da noch mehr erwarten?

„Ein weiteres Gesicht Asiens“ oder „Zwei Wochen ohne Strom...“

Acht Stunden nach dem Zelt-Schatten-Puppentheater sassen Puji und ich im Flugzeug nach Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas. Als Koordinatorin von IIWC wollte Puji einem Freund der NGO „CYA“ helfen ein Workcamp auf die Beine zu stellen. Ich nuzte die Gunst der Stunde, um einen Einblick in das Land zu bekommen, von dem ich bis zu diesem Zeitpunkt nur wusste, dass es zu den armsten Laendern der Welt gehoert. Mich ueberraschte schon im Flugzeug das Ausmass Phnom Penhs, nicht viel groesser als Bonn und von Hochhaeusern war auch keine Spur. Ich fand heraus, dass das kummunistische Regime „Kymer Rouge“ die Bevoelkerung zum Gleichmachungsprozess wieder aufs Land schickte. In dem halben Jahrzehnt ihrer Herrschaft starben Millionen direkt durch die Hand des Regimes oder an Hunger, weil Nahrung im Austausch gegen Waffen ins Ausland exportiert wurde. Die Statisktik besagt, dass die Haelfte der Bevoelkerung 15 Jahre alt oder juenger ist.

Dieses Bild zeigte sich auch im Nationalpark suedwestlich der Hauptstadt, wo in einem Dorf das Workcamp stattfand. Umgeben von Kindern aller Aktersgruppen verbrachten wir dort zwei Wochen mit dem Verbessern vor Pfaden, die zu Wasserfaellen fuehren, dem Pflanzen von Reis, Streichen und Bauen einer Bibliothek und viel Zeit mit Kochen. Abends spielte ich mit der netten Truppe unter dem Schein der Batterie-betriebenen Lampe immer Karten; neben den Autobatterien gab es naemlich keinen Strom. Aber das war auch gar nicht wirklich noetig. Die in indonesien so beliebten Liebessendungen im Fernsehen sind naemlich auch dort heiss begehrt. Die Vorstellung, dass jeder einen Fernseher hat und wie der Dorfchef jeden Abend ein kleines Schnulzen-Kino mit grossen Verstaerkern veranstalten kann...

Die letzte Woche verbrachten Puji und ich in tausenden NGO oder fairtrade Shops, um uns mit Oleh-Oleh (Souvenirs) auszustatten; ich fuer meine Rueckkunft nach Deutschland und sie fuer das Ende der Fastenzeit Ramamdan. An Sienuvilles Straenden lernte ich von einigen Kids, die Armbaender verkaufen, coole Varianten kennen, selbst welche herzustellen. Am letzten Tag vor der Abreise durfte ich dann noch die Ausmasse der weltgroessten Tempelanlage, das sagenumwobene Ankor, bewundern.
Nach Flugaufenthalten und langen Fahrten mit dem Bus befand ich mich dann 2 Tage spaeter wieder in Salatiga, wo mich mal wieder der Schimmel begruesste!

Mein letztes Projekt: Eine Chance

Leider spielt in der Politik und der Gesellschaft Indonesiens Bildung noch keine große Rolle. Das System und der Unterricht der Schulen brachten nicht nur mich zum Verzweifeln. Von allen Menschen, die hier neben dem indonesischen noch ein anderes Bildungssystem kennen, habe ich Ähnliches gehört. Zusätzlich ist Korruption auch an Universitäten verbreitet. Das führt dazu, dass sogar jetzt noch einige Englisch-Lehrer einen Abschluss bekommen, ohne ein Gespräch auf Englisch führen zu können. Der Unterricht findet dementsprechend auf Indonesisch statt. Anders als in Indien, wo selbst ärmere Familien versuchen ihre Kinder zur Universität zu schicken, ist diese Mentalität hier nicht weit verbreitet.
Um das ganze marode System zu ändern, braucht es vor allem mehr Leute, die eine gute Ausbildung haben, zur Universität gehen, oder Auslandserfahrungen machen. Und da kommt wieder die Finanzierung ins Spiel. Für ein Semester Medizin muss man in Indonesien zum Beispiel ganze 6000€ zahlen. Damit wird Bildung ein Privileg der Reichen. Zusammen mit Muhammadiyah haben wir deswegen einen Projektplan aufgestellt, der das Ziel hat, einigen Jungs den Gang zu Universität zu ermöglichen. Geplant ist, dieses Projekt zur Basis der Freiwilligenarbeit in Salatiga zu machen. Schulnoten, Engagement im Waisenhaus, Beteiligung am Englisch-Unterricht und an anderen Aktivitäten werden bei der Auswahl der Kandidaten eine Rolle spielen. Einige Jungs bekommen daraufhin ein Stipendium von Muhammadiyah und dem Deutschland-Fund. Grundlage für die Idee ist, dass Muhammadiyah über ganz Java verteilt Waisenhäuser (und Universitäten) hat in denen die Studenten kostenlos essen und wohnen können. Von der deutschen Seite werden die Semesterkosten bezahlt (50-150 €), sowie die Hälfte des Bücher-, und Taschengeldes. Die andere Hälfte wird von Muhammadiyah übernommen. Allerdings machen die ersten potentiellen Kandidaten erst in zwei Jahren ihren Schulabschluss, was den Beginn des Projekts hinauszögert. Darüber hinaus ist noch unklar, wie lange der indonesische Projektpartner von Muhammadiyah, mein local partner Pak Hamam, fürs Studium ins Ausland geht. Denn in Indonesien muss genügend Betreuung für die Jungs vorhanden sein. Semesterberichte und Zeugnisse der Uni werden zweimal jährlich an die deutsche und indonesische Projektleitung geschickt. Sie sind notwendig, um den Fortschritt zu überprüfen und gegebenenfalls den Geldhahn abzudrehen. Das nächste Jahr mit dem Weltwaertsler Christian wird zeigen, ob genügend Engagement von der indonesischen Seite kommt und das Projekt eine Zukunft hat.

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Kategorien: Asien

Endspurt

So, 07/11/2010 - 19:46

Zwei recht erfolgreiche Monate liegen nun hinter mir. Ich weiß jetzt, dass der Weltwaertsler Christian mein Projekt ab September übernehmen wird, es gab einige Fortschritte mit meiner Waisenhaus-Organisation Muhammadiyah, das Müllsystem läuft relativ gut, ich bin mit 2 Liter Essig, Spiritus und 50 Plastiktüten dem Schimmel Herr geworden und habe es dank meiner Besuche auf dem Obstmarkt geschafft seit dem Dengue-Fieber in Vietnam gesund zu bleiben. Drei Wochen bleiben mir noch im Projekt und trotzdem kommt es mir noch wie eine Ewigkeit vor. Ich kann mir gar nicht mehr richtig vorstellen wirklich wegzugehen, sosehr ist das Leben hier schon ein Teil von mir geworden.

Dem Ende nahe

Viel Zeit verbrachte ich in den letzten Wochen damit, das Ende im Projekt vorzubereiten. Für die Waisenhäuser habe ich Poster gemacht und jeder Junge bekommt vor meiner Abreise ein laminiertes Foto von sich mit kleinem persönlichem Abschiedsbrief auf der Rückseite. Zusätzlich warten auf den neuen Freiwilligen Christian ein Freiwilligenbuch und eine Liste aller Jungs mit kleiner Charakterisierung, damit der Einstieg ein bisschen leichter fällt. Allerdings wird sich bis zu seiner Ankunft nochmal einiges ändern. Nach kleiner Kampagne von Muhammadiyah leben ab nächster Woche mindestens 15 neue Jungs im Waisenhaus, davon 10 in Soka. Damit hat sich dort die Bewohner-Zahl verdoppelt und die neuen Jungs sind natürlich noch nicht mit Regeln, Englisch-Unterricht und Mülltrennung vertraut.

Im Kauman-Waisenhaus ist Englisch wieder ein Teil des Projekts geworden. Zusätzlich machen wir regelmäßige Aufräumaktionen, wodurch die Jungs Belohnungs-Sterne sammeln können. Das funktioniert so gut, dass wir vor zwei Wochen den ersten Ausflug ins Schwimmbad gemacht haben. Heute werden wir uns im Nudelkochen versuchen.
Im Soka-Waisenhaus ist es uns nun endlich gelungen nach dem Bau des Verbrennungsofens einen großen Teil des Mülls loszuwerden und den Ofen auszuprobieren. Auch wenn der Filter noch nicht ganz funktioniert, ist der Brennvorgang um einiges sauberer geworden. Durch bessere Luftzufuhr verbrennt der Müll viel besser und der schädliche Rauch wird nicht direkt von den Jungs eingeatmet. Zusätzlich haben wir ein Haus in der Nachbarschaft gefunden, wo anorganischer „recycle“ Müll verkauft werden kann (Glas, Metall, Papier, bestimmte Plastikarten) Dadurch können wir den Müll, den wir verbrennen, um Einiges vermindern. Der erste Kompost ist auch schon voll. In letzter Zeit sind meine Besuche in Soka allerdings seltener geworden. Statt Englisch-Unterricht arbeitete ich dort meistens am Müllsystem. Mit den vier Schulabgängern schrieb ich Lebensläufe auf Englisch. Leider ist mir erst zu spät aufgefallen, dass sie fast keine Vorbereitung auf das Leben nach der Schule haben. Da die Universität zu teuer ist, versuchten die meisten über Familie und Freunde an „irgendeinen“ Job ranzukommen. Einer von ihnen, Sukrisno, hat das Glück ein Vollstipendium von Muhammadiyah zu bekommen. Die Organisation bietet alle vier Jahre Unterstützung für Unibewerber an und der letzte Kandidat macht gerade seinen Abschluss.

Wolkiges Ostjava

Als Camille, eine Freiwillige aus Semarang, mich fragte, ob ich sie auf ihrer Ostjava-Tour begleiten will, konnte ich natürlich nicht Nein sagen. Von Anfang an hatte es mich gereizt mit dem Motorrad den Osten Javas zu bereisen. Auch wenn das Motorrad dieses Mal nicht Teil der Reise war, ist es trotzdem schön geworden. Über Yogyakarta, wo ich im Batik-, und Fahrrad-Antiquitätenladen noch ein paar Mitbringsel für Deutschland eingekauft habe, ging es mit dem Zug Richtung Osten. Nach 12 Stunden Economy-Zug und weiteren 2 Stunden Minibus kamen wir nach Bromo, eine kleine Gebirgskette mit einem aktiven Vulkan und DAS Touristenziel in Ostjava. Nach zähen Verhandlungen, wurden wir morgens um vier Uhr mit zwei Mopeds zum Aussichtspunkt gebracht, von dem man eigentlich den schönsten Blick auf die sonnengerötete Bergkette hat… wenn keine Wolken im Weg sind!
Nächstes Ziel war Surabaya, die Provinzhauptstadt und eine der größten Stätte Indonesiens. Neben einem Blick in die unzähligen Malls, wollte Camille vor allem die kleine jüdische Gemeinde besuchen und als deutsche Jüdin beim Freitagsgebet mitmachen. Allerdings wurde sie sofort aus der unscheinbaren Synagoge rausgeschmissen und man wollte auch nicht mit uns reden. Die letzten fünf jüdischen Familien Indonesiens hatten scheinbar große Angst vor dem Antisemitismus der Indonesier. Die sonst so offenen Indonesier, die allen Religionen freundlich gegenüberstehen, hatten sich zu der Zeit für Palästina und gegen Israel verbündet. Kein Indonesier weiß natürlich etwas über den 2. Weltkrieg, die Judenverfolgung und den Hintergrund des Israel-Palästina-Konflikts, aber die meisten sind sich einig, dass alle Juden die Muslime hassen und schlechte Menschen sind. Das wurde ihnen jedenfalls gesagt. Mich hat dieses allgemeine Unwissen, mit diesem extremen Beispiel, wirklich erschreckt und mir noch mal vor Augen geführt, wie gefährlich Unwissenheit und Ignoranz eigentlich sein kann. Das Thema wurde sofort in den Englisch-Unterricht aufgenommen, aber die Jungs konnten es nur teilweise nachvollziehen.

Blick in die Zukunft

Campleader bin ich gewesen, zu mindestens für ein Wochenende, der Ofen steht und funktioniert in Soka und auch sonst habe ich eigentlich alles gemacht, was ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe. Die nächste Zeit ist dementsprechend nicht mehr so intensiv. Ich werde weiter unterrichten, die neuen Jungs kennenlernen und noch ein bisschen reisen. Ende Juli ist dann schon das Abschlussseminar angesagt. Von dort aus fahre ich dann zusammen mit IIWC-Koordinator Puji nach Kambodscha, um an einem Workcamp teilzunehmen. Die letzte Woche im August verbringe ich nochmal in Indonesien, wohne im Waisenhaus, verabschiede mich und werde dann Richtung Deutschland ziehen.

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Kategorien: Asien

Semangat

Mo, 05/31/2010 - 12:42

Semangat

Das ist indonesisch und heißt so viel wie „Kopf hoch“ oder „Weitermachen“. Letzten Sonntag gab es ein Treffen an dem die Freiwilligen sowie zwei Frischlinge teilgenommen haben. Nach einem Blick in die Runde sagte mir Miriam, die auch Freiwillige in Salatiga ist, dass wir im Vergleich mit den Neuen doch wirklich fertig aussehen würden; irgendwie ausgelaugt. Also gilt dieser indonesische Aufruf nicht nur für mich, sondern für alle Weltwaertsler, die, jeder für sich und auf unterschiedliche Weise, in letzter Zeit mit Problemen zu kämpfen hatten. Nachdem der abwechslungsreiche Urlaub in Vietnam nun hinter mir liegt, versuche ich die letzten Monate unbeschadet zu überstehen und ein paar meiner Ideen zu realisieren.

Im Aufbruch

Kauman sollte kurz vor dem Urlaub noch einmal in Bewegung kommen. Während ich versuchte mit gutem Essen, Fitness Club und Capueira verlorene Pfunde wieder aufzunehmen, steckte ich wieder mehr Zeit in das Waisenhaus. Auch möglich, weil ich in der Schule dank Tests öfters zu Hause bleiben konnte. In Kauman haben wir uns neben den Englisch-Stunden Miriams Laptop zum Filmegucken ausgeliehen, Karten gespielt, Pfannekuchen gemacht oder große Putzaktionen gestartet, um das Waisenhaus auf Vordermann zu bringen. Währenddessen kam der Englischunterricht in Soka nur selten zu Stande, aber dort hatte ich auch andere Prioritäten. Nach erfolgreichen Mülltrennungsversuchen sollte nun ein anderes System das große Abfallloch und grobe Verbrennen im Garten ersetzen. Vor Vietnam traf ich mich deswegen noch einmal mit allen wichtigen Muhammadiyah Führern in Salatiga. Es wurde vereinbart, dass die Organisation für den Bau des Verbrennungsofens aufkommt und dass das Geld, das die Organisation für unsere Unterkunft bekommt, dafür genommen wird (da wir in Salatiga zusammen mit Indonesiern im Waisenhaus wohnen, entstehen für Muhammadiyah so gut wie keine Kosten). Bis zur meiner Rückkehr nach Indonesien sollte also ein Verbrennungsofen in Soka stehen.

Zuvor nahm ich Mitte April noch an einem Seminar von IIWC teil, um im Sommer als Campleader ein 2-wöchiges environmental Workcamp in Mangkang zu leiten. Allerdings wurde mir etwas später mitgeteilt, dass meine Teilnehmer in ein anderes Workcamp geflüchtet waren, Mangkang wird deswegen nicht stattfinden. Stattdessen kommen nächstes Wochenende alle Freiwilligen zusammen, um dort mit den Einheimischen Müll zu sammeln und aufzuräumen. Dieses gemeinsame Arbeiten nennt man „kerja bakti“, was praktisch bedeutet, dass das Dorf an einem freien Morgen gemeinsam sauber macht. Auch geplant ist, dass wir einige große Schilder mit Comics aufstellen, um Themen wie Umweltverschmutzung und Mülltrennung etwas anschaulicher darzustellen. Und auch wenn ich kein eigenes Workcamp leite, bleibt immer noch die Möglichkeit an Einem teilzunehmen.

Die Reise beginnt…

So gemütlich Salatiga doch ist, konnte ich es kaum erwarten mit neuem Trekking Rucksack meine große Reise anzutreten. Letztere führte mich, meine Reisebegleitung Astrid und einen großen Teil von IIWC zunächst nach Yogjakarta, wo wir uns Projekte von BORDA angucken wollten. Die Idee kam von meinen Patenonkel Stefan, der bei BORDA Bremen arbeitet. Vor Ort trafen wir uns mit anderen Weltwaertslern, die teils oder schon ganz mit dem Studium fertig waren und bei der Organisation für knapp ein Jahr arbeiteten. Sie stellten uns BORDA vor und zeigten uns ein dörfliches Mülltrennungs-Projekt, wo auf einfachem Wege guter Kompost hergestellt wird, der später verkauft werden kann. Den Abend verbrachten Astrid und ich bei den Weltwaertslern. In einem indischen Restaurant feierte ich in kleiner Runde meinen Geburtstag und übernachtete danach im Freiwilligenhaus (mit Pool, Brot, Nutella und Käse…!).
Bald darauf flogen wir nach Kuala Lumpur, wo wir Miriam trafen, die für eine Woche mit uns nach Vietnam fliegen wollte. Leider wurde ich in dieser Zeit von einer heimtückischen Mücke gestochen, die ein paar Dengue-Fieber Viren in sich hatte. Zwei Tage nach unserer Ankunft in Hanoi bekam ich Fieber und Magendarmprobleme und lag für knapp 2 Wochen im Bett. Auch war auch die Diagnose der internationalen Klinik falsch, wodurch ich innerhalb von drei Wochen zum zweiten Mal Antibiotika einnehmen musste, das bei einer Virenkrankheit bekanntlich nicht von großem Nutzen ist. Zudem hatten wir auch keine positiven Begegnungen mit Vietnamesen. Wir wurden durchgehend verarscht, an falschen Plätzen ausgesetzt, unfreundlich behandelt und konnten nicht verstehen, warum viele ehemals schöne Stellen in Vietnam zugebaut waren mit hässlichen Hotels aus Beton. Das alles machte die eigentlich kostengünstige Backpacker-Reise dort wirklich nicht zu einer schönen Angelegenheit. Von Hanoi aus führte unsere Route über Halong Bay bis in die südliche Stadt Ho Chi Minh und zusammen mit gesundheitlicher Besserung wurden auch die Menschen wieder freundlicher. Ich hatte das Gefühl, dass der ehemals „westliche“ Süden auch jetzt noch eine andere Mentalität und Einstellung zum Westen hat als der Norden. Endlich war ich wieder so fit, um im Hochgebirge nahe Ho Chi Minh mit Astrid und Führer eine Motorrad Tour zu machen, im Meer vor Mui An Windsurfen zu gehen und in vielen Restaurants den vorzüglichen Fisch in Claypot, frische Frühlingsrollen und die anderen leckeren Meeresgerichte zu essen. Gegen Ende hatten wir das Gefühl, dass der Süden in unserer Reise zu kurz gekommen war, aber trotzdem freuten wir uns einen Keks wieder Richtung Indonesien zu fliegen.

Zu Hause angekommen

Anders als bei meiner zweiten Einreise aus Malaysia, hatte ich dieses Mal das Gefühl nach Hause zu kommen. Die freundlichen Menschen und neugierigen Blicke, der Geruch, das langsame Vorwärtskommen bei Schaltern und Kassen, die bekannte Sprache, das von außen scheinbar chaotische Durcheinander… Indonesien hatte uns wieder!

Nach einem gemütliche Übergangswochenende in Semarang fuhr ich mit Miriam zurück nach Salatiga, wo mich ein Zimmer erwartete, in dem der Schimmel sich nicht nur in sämtliche Klamotten breitgemacht hatte, sondern auch auf Taschenmessern, in Kulturtaschen, Bürsten, Pässen, Ordnern, Schränken; das ganze Zimmer war ein Sporenparadies. Nach zwei Tagen im Putzeifer, 2 ausgetauschten Schränken, 2 Litern Spiritus, und einem riesigen Berg Zeugs, das niemandem gehörte, bin ich dem Schimmel einigermaßen Herr geworden und schlafe jetzt mit durchgehend geöffneten Fenstern und der Spritus-Sprühflasche in der Hand.
Als ich zum ersten Mal nach dem Urlaub wieder nach Soka kam, wurde ich überrascht von einem kleinen Geburtstagskuchen und einem gemauerten Ofen, der im abgemachten Zeitplan fertig wurde (keine Häufigkeit in der indonesischen Arbeitswelt!). Gleich fürs Wochenende setzten Miriam und ich ein kurzes Workcamp an, um den Verbrennungsofen anzumalen und eine Kompostanlage nach BORDA Vorbild zu bauen. Wir besorgten Farbe, Werkzeug, und eine Menge Krams, der glücklicherweise auch von Muhammadiyah übernommen wird. Leider schaffte es niemand für die Zeit nach Soka zu kommen. Glücklicherweise wurden wir nach anfänglicher Frustration in den zwei Tagen doch noch unterstützt und hatten nach zwei Tagen dank der Hilfe von den Jungs, Camille und einem Freund am Ende eine Menge erreicht. Nach weiteren fünf Tagen, die ich entweder mit Miriam, den Jungs (die seit 3 Monaten zwei Mal wöchentlich „Probefasten“ und dann nicht mehr so motiviert sind) oder alleine in Soka verbrachte, standen dort ein schön angemalter Ofen mit neuem Eisengitter und Dach, sowie zwei Kompostanlagen mit dem „BORDA-Lüftungssystem“; mein ganzer Stolz!

Da ich während der letzten zwei Wochen meine anderen Aufgaben vernachlässigt habe, versuche ich jetzt wieder mit regelmäßigen Englisch-Stunden, Sport und Spielen in den Alltag zurück zu finden. Außerdem muss ich mir noch ein Fahrrad zu meinem neuen Helm aus Vietnam suchen, weil mein zweirädriges Verkehrsmittel kurz vor dem Urlaub geklaut wurde.
An den Wochenenden ist neben dem Workcamp Wochenende in Mangkang auch ein Ausflug nach Pekalongan geplant, um mit den anderen Freiwilligen in die WM zu starten und Bandung, DEM Shoppingparadies Javas, einen Besuch abzustatten. Das wars mal wieder von der anderen Seite der Welt. Ich hoffe es geht euch allen gut, auf bald!

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