Hallo ihr Lieben,
Nach der Eröffnung liefen die Computer super. Es gab nochmal Probleme mit dem Strom aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden.
Der Titel „Besser spät als nie“ wählte ich, weil am letzten Tag vor den Ferien der Kinder, mein Nachfolger kam. Dieser soll das ganze hier weitermachen nach meinem Abgang. Er ist in meinem Alter, hat zum Glück auch Computerkenntnisse und möchte viel lernen. Von Linux hat vorerst nur schon mal was gehört, daher haben wir die nächste Zeit ne menge zutun. Wir werden die Basics von Linux, Ubuntu, Thinclient-Architectur und Shell-Scripting durchgehen. Danach werden wir den Aufbau einer Klasse simulieren. Ich hoffe so, dass er danach bereit ist, selber eine Klasse oder eine Firma mit einer Terminalserver-Lösung ausstatten kann.
Wie ihr bestimmt merkt, macht mich das sehr glücklich jemandem von hier, etwas von meinem Wissen weiterzugeben. Sonst wäre ich im September abgehauen und bei dem nächst kleinerem Problem würde die Klasse „sterben“. Ich versuch auch immer es aus der anderen Perspektive zu sehen. Wenn ich mir vorstelle, dass ein „Fremder“ nach Deutschland kommen würde, von dem ich dann auch noch „Unterricht“ bekommen würde. Ist bestimmt irgendwie erstmal komisch. Auf der anderen Seite hätte ich nichts dagegen wenn mir ein ausländischer erfahrener Programmierer etwas beibringt. Gut aber das ist dann auch wieder was anderes. Aber das, was er hier lernen kann, ist nicht nur für irgendwelche „doofen“ Klassen nutzbar. Linux-Freaks werden in der Wirtschaft geliebt. Außerdem würde er auch gern in die Java-Programmierung einsteigen und wenn nach dem ganzen Edubuntu Zeug noch Zeit ist, bin ich gerne bereit ihm da etwas zu helfen.
Morgen wollen wir über die Installation in der Filiale San Christobal sprechen. Durch ein paar andere AFS-Freiwillige, würde die Chefin das Programm wohl gern haben. Wäre natürlich ne Perfekte Möglichkeit für meinen Nachfolger. Dann könnten wir die Klasse mithilfe der anderen Freiwilligen auch dort einführen.
Des weiteren wird gerade schwer hier in der Klasse gearbeitet, weil während der Eröffnung alle Chefs anwesend waren und sich über die herrschende Hitze beschwerten. Gerade wird so eine Decke installiert, damit ein bisschen Energie gespart wird. Danach soll eine Klimaanlage installiert werden. Normalerweise bin ich ja nicht so der Fan von den Dingern, aber im Moment läuft der Schweiß einfach 9 Stunden auf der Arbeit. Auch die Kiddies können sich dann bestimmt besser konzentrieren.
Neben der Arbeit fühl ich mich auch sehr wohl. Ich mache sehr viel mit meinen Geschwistern, bin einfach viel mit meiner Hostfamily zusammen. Sind jetzt nur noch knapp 3 Monate bis zur Rückkehr und da kann ich mir jetzt schon sehr gut vorstellen, dass gerade die Kleinen, Emely, Smailyn, Yunior und Nachbarskinder, mir sehr fehlen werden. Naja noch bin ich ja hier
Am Wochenende waren wir im Theater und haben ein tolles Stück gesehen, was in der Klappsmühle gespielt hat. Nur 4 Schauspieler von denen 3 Patienten waren und die Therapeutin, die am verrücktesten war. Es hiess glaub ich „el 28″. Samstag gings mit den Kindern und meinen deutschen Mitfreiwilligen zum Strand. Echt schön. Volleyball, Strand, Baden, Paulas Unterwasserkamera, Karibik…..

Am playa bonita Guayacanes
Sonntag, nein wer hätte das gedacht, gings zum Fussball. Ich habe meinen Gastvater Nixon eingeladen, der dann aber leider nicht konnte. Wie fast alle Dominikaner ist Fútbol auch für ihn ein Fremdwort, daher wärs bestimmt toll gewesen es in so eine Atmosphäre kennenzulernen. Im Dominikanisc

WM10
h-Deutschen Zentrum werden alle Spiele via Beamer übertragen. Dementsprechend voll war es dann auch. Es war wirklich fast wie in einer deutschen Kneipe inklusive überlaute Fussball-Prolls… Danach musste der Sieg dann noch mit einer Deutsch-Dominikanischen (es waren auch einige Dominikaner da, gerade vom Techo, UTPMP) Gruppe gefeiert werden.
USA-Reise

NYC
Ich mag es persönlich nicht soooo gern von anderen Leuten erzählt zu kriegen, wohin man unbedingt reisen solle und was man dort alles sehen wird usw… Bin halt irgendwie ein zu spät geborener Entdecker
Daher schreibe ich auch nur knapp. Oder versuch es zu mindestens… Es ging los, Santo Domingo – New York. Nach 2 viel zu kurzen, atemberaubenden und anstrengenden Sight-Seeing Tagen gings nach LA. Dort schliefen wir (mit Henni) erstmal bei meiner Tante Karen. Samstag fuhren wir zu der Hochzeit Hennis Cousins. War eine sehr tolle originelle Hochzeit. Alles sehr locker und etwas rockiger angehaucht. Tolle Musik, Autos…. Ein paar Tage LA, Venice Beach, Bergen von tollen Santa Barbara, Hollywood, Getty-Center. Freitag-Morgen kam Mitja (mein Bruder) aus Vancouver und wir frühstückten am Muscle-Beach (Venice). Der so benannt wurde, weil es open-air Fitness-Studios gibt und jeder gern sein Body zeigte.
Es ging an den North-Rim am Grand Canyon. 1200 Höhenmeter-Wanderung. Danach war ich halbtot. Aber wunderschön und nicht ganz so viele Touris wie am berühmten South-Rim.
Nächster Tag: Zion Canyon Wanderung zu einer schönen Badestelle an einem Fluss. Auch super beeindruckend und mindestens so schön wie der „echte“ Canyon.

Zion
Zwei Tage Vegas… Gigantische Hotels, Casinos, leckeres Essen, Geld, Glücksrausch, Träume, verlorene Träume, verschiedene Menschen… Unglaubliche Stadt.
Mitja flog nach Vegas mit ein paar verlorenen Dollars wieder nach Kanada. Für uns gings weiter durch Death-Valley zum Yosemite National Park. Jetzt kommt der Geheim-Tipp: June-Lake. Unglaublich schöne Gegend. Im Winter auch ein Skigebiet. Super-netter Park-Wächter gab uns ein paar Wandertipps usw. Wir machten eine Wanderung zum kleinem verlassenem Parker-Lake. Natur-Pur und eine Vogel-Welt, wie sie mir vorher noch nie auffiel. Ausserdem auch Rehe, Bären, Fische…

June Lake
Dann gings übern verschneiten Pass zum National Park. Yosemite, beeindruckende Wasserfälle, sehr touristisch, Kletterparadies (el capitan, half-dome….), Bären, Fahrräder zum mieten.
San Fransisco, tolle Stadt. Irgendwie Modern aber doch irgendwie Alt. Hügel, Strassenbahnen. Gemütlich. Homosexuell (gerade alles mit Regenbogenfahnen geschmückt). Ist wohl einer der einzigen Städten die wirklich „offen“ sind und wo auch Homosexuelle hohe Positionen inne haben. Ich habe gleich vom Starbucks-Kassierer einen Kuchen geschenkt bekommen
Dann den berühmten Highway 1 runter in den Süden nach LA. Verdientermaßen sehr berühmt. Erste Stücke gehts an der wunderschönen Küste Kaliforniens entlang. Traumhaft. Seehunde Bucht. Tolle Landschaft.

Highway 1, Kalifornien
Dann wohnte ich noch 1 Nacht allein bei meiner Tante, bin nochmal zum Venice-Beach und hab den Skatern zugeschaut, war in Universal-City im Kino. Ich hab shrek geschaut. Schon irgendwie lustig, so nah an den „Machern“…

Subway NY
Dann wieder weiter nach NY. Hatte aber nur eine Nacht. Die wollte ich natürlich nicht auf einer ungemütlichen Bank am Flughafen verbringen. Daher bin ich mit Subway nochmal Downtown gefahren. Timesquare. Dabei wieder fast nur Spanisch geredet, weil ich Leute aus Guatemala kennenlernte. Naja heisst nicht umsonst „die Stadt die niemals schläft“. Hab gehört das 60 % der Einwohner Spanischsprachig ist!!
Dann wieder in Santo Domingo gelandet wo meine Gastmutter mich abholte, da hab ich mich sehr gefreut. Obwohl ich vor Hitzeschock wieder fast gestorben wäre…..
Hier zum Schluss noch ein Foto aus meinem Alltag. Dort stehe ich jeden Morgen, wenn ich von Guaricano (meinem Viertel) zur Arbeit oder in die Stadt fahre. Links, da wo der Lastwagen rauskommt, gehts zu meinem Haus.

Guaricano, Santo Domingo
Puhh der Text wurde doch mal wieder länger als geplant
Bis zum nächsten mal!! Schlaaand.