Fünf Tage war ich mit dem Team in Djibo und Umgebung unterwegs um zwei Schulen und eine Krankenstation mit einer Solaranlge auszurüsten. Djibo ist die Hauptstadt der Provinz Soum im Norden des Landes, in der SEWA so viele Schulen in sein Programm aufgenommen hat wie in keiner anderen Provinz.

Das Dorf Pougouzaibaogo
Ein straffes Programm hatten wir uns für die Reise aufgestellt: In nur 5 Tage wollten wir in zwei Schulen und einer Krankenstation Solaranlagen montieren. Doch schon auf dem Weg nach Djbo war nicht klar, ob wir das schaffen würden. Noch auf der Teerstraße hatten wir die erste Panne, die wir zum Glück aber realtiv schnell beheben konnten. Aber die Sandpiste, die die letzten 100 Kilometer nach Djibo führt ist so schlecht, dass es teilweise schneller und sicherer war, einfach neben der Straße zu fahren. Mehr als 3 Stunden holperten wir mit dem schwer beladenen Minibus über Schlaglöcher und Wellblechpisten bis wir gut durchgeschüttelt unser Ziel erreichten. Von dort aus machten wir uns gleich weiter in das Dorf Pougouzaibaogo, in dem wir die ersten Arbeiten durchführen wollten.

Die frisch erweiterte Schule Pougouzaibaogo B...
Der klangvolle Name Pougouzaibaogo kommt dem ein oder anderem Leser vielleicht bekannt vor. Vor etwas mehr als einem Jahr installierten wir dort auf dem Dach der Schule “B” eine Solaranlage und ich nutzte die Gelegenheit um noch ein paar Tage allein auf dem Dorf zu bleiben um das Leben dort ein bißchen kennenzulernen und die ersten Tage mit der Anlage zu begleiten. So war es für mich natürlich etwas besonderes in das Dorf zurückzukehren und ich war um so erfreuter festzustellen, dass sich in der Zwischenzeit einiges getan hat in Pougouzaibaogo. Die Schule “B” wurde um 3 Klassenräume erweitert und hat nun einen eigenen Brunnen; Latrinen und Lehrerhäuser sind bereits in Bau.

...wird sogleich mit einem Solarpaneel versehen.
Da es neben der nun vergrößerten Grundschule “B” noch die Schule “A”, sowie eine franko-arabsiche Schule und sechs kleinen Alphabetisierungszentren gibt, hat das Dorf einen Bedarf an beleuchteten Räumen, der die Kapazitäten des einzelnen beleuchteten Klassenzimmers der Schule “B” übersteigt. Deshalb entschied sich SEWA zum ersten Mal in der Geschichte des Schulenprogramms eine Anlage an einer Schule zu erweitern und eine weitere Schule im gleichen Dorf, wenngleich auch einige Kilometer entfernt, ebenfalls mit einer Anlage zu versehen. Bedarf und Engagement des Dorfes schienen diesen Schritt zu rechtfertigen. In den kommenden Jahren wird sich zeigen ob unsere Rechnung aufgeht. Denn die zusätzlichen Installationen dienen auch als Ansporn und sollen für das Engagement belohnen. Gleichzeitig soll es anderen Dörfern zeigen, dass sich gute Wartung und großes Engagement auszahlt.

Neugierige Kinder
Am zweiten Tag unserer Arbeiten in Pougouzaibaogo kam der Direktor der Schule B strahlend auf uns zu und berichtete uns, dass er gerade die Ergebnisse von den Abschlusstests bestätigt bekommen habe, die die Woche zuvor geschrieben wurden: Alle seine Schüler haben bestanden. Ein sehr gutes Ergebnis, das der Direktor darauf zurückführt, dass er seine Abschlussklasse in den Wochen zuvor bis spät abends in der Schule lernen ließ. Mit der Solaranlage wird das “internement” im nächsten Jahr noch sehr viel besser funktionnieren meint er, denn bisher mussten sich immer sechs Schüler um eine Petroleumlampe setzen, was die Augen stark ermüdet und einfach sehr unpraktisch und kostspielig ist.



Das CSPS Badnogo
Nachdem die Techniker die Installation erfolgreich abgeschlossen und Yéral und ich der Dorfgemeinschaft die Schlüssel zum Batteriekasten und damit symbolisch die Verantwortung für die Solaranlage übergeben hatten, machten wir uns auf den Weg ins Dorf Badnogo, das nur etwa zehn Kilometer von Djibo entfernt liegt. Strom gibt es hier keinen, dennoch ist die Krankenstation voll ausgelastet. Täglich kommen schwangere Frauen und Kranke aus Badnogo und den umliegenden in das so gennante CSPS um sich pflegen zu lassen. Besonders wichtig ist die Geburtenstation, die der Schwangeren weitaus bessere hygienische Bedingungen für eine Geburt anbietet, als die heimische Hütte,

Mit einer Taschen- und Petroleumlampe ist die Arbeit schwer
auch wenn man hier noch weit von europäischen Standards entfernt ist. Besonders wenn es zu Kompliaktionen kommt, ist es wichtig, dass geschultes Personal zur Stelle ist. Allerdings mussten die Angestellten der Krankenstationen nachts bisher bei beinahe völliger Dunkelheit arbeiten – lediglich eine Taschenlampe sorgte bei der Versorgung der Patienten für ein wenig Licht. Es beeindruckt mich nach wie vor jedes Mal, wenn mir eine Hebamme zeigt unter welchen Bedingungen sie arbeiten muss.



Die beleuchtete Krankenstation
Nach Abschluss der Elektrifizierung sieht die Situation jedoch bereits deutlich besser aus: Zwar erinnert das CSPS nach wie vor nicht im entferntesten an ein hochmodernes Krankenhaus, doch ist der Fortschritt durch das Licht wirklich beeindruckend. Vier 70 Watt Paneele sorgen nun für Licht in den Räumen der Geburten- und der Krankenstation. Außenlampen machen das CSPS auch nachts weithin sichtbar und beleuchten die freie Fläche um den Gebäudekomplex, sodass der Weg zur Station nachts nun leichter zu finden ist.

Als Dank schenkt man uns zwei junge Haehne
Bevor wir aber den Heimweg nach Ouagadougou antraten, besuchten wir noch die Schule von Gankouna, die uns eine Bitte um eine Solaranlage geschrieben hatte. Hier trafen wir uns nun mit den Lehrern und Elternvertretern, um zu besprechen, wie eine solche Elektrifizierung vorbereitet werden muss. Wir erklärten der versammelten Dorfgemeinschaft, dass wir im Gegenzug für die kostenlose Solaranlage das Engagement des Dorfes für ihre Nutzung, Sicherheit und Instandhaltung fordern. Nachdem alle Fragen geklärt werden konnten, unterzeichneten Direktor und Elternsprecher die Vereinabarung, die SEWA mit allen Schulen im Programm unterzeichnet. Damit ist der Weg geebnet für eine Elektrifizierung, sobald auf deutscher Seite ein Spender für die Schule gefunden wurde.