Afrika

Noch 5 Wochen...

franzi in tansania - Mi, 07/28/2010 - 15:58
<?xml version="1.0"?>

Hallo Freunde,

 

so, nun sind es auf einmal nur noch 5 Wochen bis zur Abreise aus Deutschland. Im Moment ist ein Freund aus Tanzania zu Besuch in Deutschland, mit dem ich 2 Wochen hier im Süden verbrachte bzw. mit ihm und einem Teil meiner tollen Mwanga-Gruppe noch verbringe - sehr sehr cool :)!

Der Visumsantrag ist raus, und ich hoffe inständig, dass die Visums- und Aufenthaltsgenehmigungsgeschichte so klappt, wie geplant. Ebenso hoffe ich, dass sich das Waisenhaus nicht als Fehlentscheidung herausstellt, immerhin kenne ich die Leute da noch nicht. Aber ich bin da guter Dinge, und wenn das mal nicht klappt, dann versuche ich's halt zu sein :P.

Insgesamt freue ich mich aber wahnsinnig auf meine Zeit in TZ, auf Land und Leute, Kinder, Schule, meine Freunde vom letzten Sommer...auf fast ;) alles.

 

Nun müssen noch letzte Dinge gekauft werden, hoffentlich letzte Gespräche mit Bank und Arzt geführt werden, und ganz langsam auch letzte Besuche gemacht werden, die Freunde, die weiter weg wohnen, ein letztes mal sehen - ein paar habe ich schon hinter mir :(.

 

Auf bald,

Franzi :)

 

Kategorien: Afrika

Stimmen zur Parlamentswahl

Burundi - Mi, 07/28/2010 - 08:56
Kategorien: Afrika

Die Angst vor somalischen Attentaten

Burundi - Di, 07/27/2010 - 15:46

Nach den Anschlägen in Uganda wächst in Burundi die Sorge vor Attentaten durch somalische Terroristen. Polizei und Militär haben schon ihre Präsenz verstärkt. Schon seit Anfang des Jahres dürfen nur noch Reisende in den Flughafen Bujumburas – wer jemanden dorthin begleitet oder von dort abholen möchte, muss draußen bleiben. Auch die große Straße wurde beim Abschnitt vor dem Arbeitsplatz des Präsidenten (Boulevard de l’UPRONA) weiträumig abgesperrt – mit Beton, Stacheldraht, Metallschranken und Polizei- oder Militärposten. Die umliegenden Straßen sind jedoch nicht als Umleitung für starken Verkehr geeignet. In den „Rush-Hours“ zwängen sich alle, v.a. Busse, durch die kleinen Kopfsteinpflastergassen.

Nach den Wahlen ist es in Burundi wieder ruhig geworden – doch nun konzentrieren sich die Sicherheitsmaßnahmen auf die „Gefahr von außen“.


Kategorien: Afrika

Goumsins Krankenstation beleuchtet

ADAblog - Ouagadougou calling - Mo, 07/26/2010 - 13:54

Im Dorf Goumsin konnten wir die vierte ländlich Krankenstation in der Geschichte SEWAs mit einer Solaranlage versehen.

Ein kleiner Junge wird im CSPS verarztet

Ein kleiner Junge wird im CSPS verarztet

Drei Tage verbrachte ich mit meinem Kollegen Yéral und den Technikern in dem gar nicht mal so kleinen Dorf, das sich etwa 70 Kilometer südwestlich von Ouagadougou und damit weit außerhalb der Reichweite des nationalen Stromnetzes benfindet.

Die Geburten-und Krankenstation wurde erst vor knapp zwei Jahren fertiggestellt und sollte bereits damals von SEWA elektrifiziert werden, doch dauerte es noch eine ganze Weile, bis das so gennante CSPS voll funktionstüchtig war: Betten und Ausrüstung fehlten, das Personal wurde nicht rechtzeitig geschickt und das Dorfkommitee, das die Krankenstation leitet brauchte seine Zeit um sich zu organisieren. Um so größer war die Freude im Dorf, als die Arbeiten endlich beginnen konnten. Die Dorfältesten, die uns während der Installation immer wieder besuchten um uns den Dank des Dorfes auszudrücken, waren sichtlich begeistert.

Bei diesen Lichtverhaeltnissen fanden bisher Behandlungen statt

Bei diesen Lichtverhaeltnissen fanden bisher Behandlungen statt

Auch für mich war diese Elektrifizierung etwas besonderes. Der Vorbesuch in Goumsin war Nils’ und meine erste Reise für SEWA ohne die Begleitung unseres Vorgängers und so war auch ich ziemlich froh, nach so langer Zeit nun endlich mit der Umsetzung des Projektes fortfahren zu können. Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle der Burkina Faso-Gruppe des Gymnasiums Fürstenried, die nicht nur die Finanzierung für dieses Projekt auf die Beine gestellt, sondern auch geduldig auf die Umsetzung gewartet hat ohne auf schnelle Ergebnisse zu bestehen, die die Qualität des Projektes unter Umständen gefährdet hätten.

Die Solarpaneele werden auf dem Dach gesichert

Die Solarpaneele werden auf dem Dach gesichert

Vor allem aber das engagierte Personal der Krankenstation hat diese Elektrifizierung zu etwas besonderem gemacht. Es lag ihnen sehr am Herzen mir zu zeigen, wie und unter welchen Bedingungen sie arbeiten und so riefen sie mich zu fast jeder Behandlung im CSPS dazu. Zwar habe ich in meinem Leben schon einige Krankenstationen besucht und weiß dass die Bedingungen dort schwierig und das Leben auf dem Land hart ist, doch es ist etwas ganz anderes mit eigenen Augen zu sehen, was das konkret bedeutet. Der Hebamme zuzuhören wie sie sichtlich bewegt erzählt, dass sie einige Tage zuvor einer Frau nicht mehr helfen konnte als es nachts bei der Geburt zu Komplikationen kam und sie bei dem schwachen Licht ihrer Taschenlampe die Gefahr nicht rechtzeitig erkennen konnte um sie ins Provinzkrankenhaus bringen zu lassen. Da spürt man sehr direkt, warum das Projekt ins Leben gerufen wurde.

VorherNachher

Mit der Elektrifizierung von Goumsin ging meine vorerst letzte Elektrifizierungsreise zu Ende. Ich verabschiede mich also aus Burkina Faso, bedanke mich bei allen Lesern, und werde mich hoffentlich bald aus Deutschland mit einigen Videos der letzten Elektrifizierungen melden können.
Jan im Gespraech mit der Dorfgemeischaft

Jan im Gespraech mit der Dorfgemeischaft

Kategorien: adablog, Afrika

Wie verhext

Johannes in Malawi - Mo, 07/26/2010 - 09:56

Hexen fliegen hier zwar nicht auf Besen, dafür aber auf Eulen. Und können sich auch wahlweise in diese verwandeln. Zum Repertoire gehören auch: Töten mit einem Augenschlag, Liebesblindheit bewirken und Impotenz hervorrufen. In Mulanje hat eine Hexe sogar einen Stein zur Welt gebracht.

Viele Malawier glauben an die Existenz und die Auswirkungen von Hexerei. Auf dem Ndirande Mountain sollte man sich nicht abseits der Pfade bewegen, weil es böse Geister gibt und hin und wieder wird jemand wegen „Witchcraft“ verhaftet und bisweilen sogar ins Gefängnis gesperrt. Selbst ausgebildete Lehrer stellen an Vollmondnächten Kräutermischungen vor die Tür und in der Vorschule soll ein Kind die ersten Anzeichen zeigen, ein Hexer zu sein.

Vielfach sind die vermeintlich totgehexten Opfer an Herzinfarkten gestorben, die bösen Geister auf den Bergen sind Felsen, die nach heftigen Regenfällen rutschig sind und einsame Wanderer den Hang herabstürzen lassen. Doch vor allem in den ländlichen Regionen ist medizinisches Wissen kaum verbreitet und so müssen andere Erklärungen herhalten. Wie die Hexerei. Trotzdem kann man dafür angeklagt werden. Die Angeklagten selber bestreiten natürlich in den meisten Fällen ihre Künste. Vielfach sind es Menschen, die sich sozial abgrenzen, was in Malawi sehr untypisch ist.

Auf Europäer wirken diese Kräfte in der Regel nicht. Deshalb können wir auch die Anwesenheit der Hexen nicht spüren.

Wandern auf dem Zomba Plateau
In der letzten Woche habe ich meine fünf übrigen Urlaubstage aufgebraucht und einige Wanderungen unternommen. Von Bembeke bei Dedza führt ein kleiner Wanderpfad durch die Berge nach Mua. Obwohl man mit dem Minibus locker zwei Stunden unterwegs ist, kann man den Fußweg in drei bis vier Stunden bewältigen. Dabei läuft man durch nahezu unberührte Landschaft, streckenweise stehen nicht einmal die traditionellen Dörfer, die es sonst in Malawi aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte eigentlich überall gibt.

Unterwegs trifft man auf Marktfrauen mit kleinen Kindern auf dem Rücken und bunten Körben auf dem Kopf, voll mit Tomaten, Gurken, Zwiebeln und Kohl. Was für mich eine kleine, nicht einmal ganz leichte Wanderung war, ist für sie Alltag. Zweimal die Woche gehen sie morgens den weiten Weg nach Bembeke, um auf dem Markt dort ihre Waren anzubieten. Und abends zurück. Alles für einen Tagesgewinn von vielleicht drei Euro.

Zum Album „Zomba Plateau“ (44 Fotos)

zomba plateau chingwe chingwes hole
Chingwe’s Hole umrandet von Bäumen. Hat Banda seine Gegner hier runter werfen lassen?

Die übrigen Tage habe ich auf dem Zomba Plateau verbracht, das mit Pinienwäldern aufwarten kann, die sich mit afrikanischen Urwäldern und einer endemischen Baumart abwechseln. Hier gibt es neben kleineren Gipfelbesteigungen auch Wasserfälle, nette Aussichtspunkte und zu sehen, in das dem Mythos nach schon die Herrscher der Region ihre Widersacher geworfen haben. Es wird auch gemunkelt, dass der erste Präsident der Republik, Dr. Hastings Kamuzu Banda, seine politischen Feinde hineingeworfen hat. Forscher meinen, dass das Loch bis an den Grund des afrikanischen Grabenbruchs reiche. Nach neuesten Erkenntnissen ist es aber vielleicht auch nur 30 Meter tief :-D

Kategorien: Afrika

Aktuelles aus der (Online-)Presse

Burundi - Sa, 07/24/2010 - 17:04

STERN.de zu den burundischen Wahlen!

NZZ online: hier klicken!


Kategorien: Afrika

Wahlen, somalischer Terror und die Korruptionshitliste

Burundi - Fr, 07/23/2010 - 14:20

Heute werden in Burundi die Parlamentswahlen abgehalten. Die Situation in Bujumbura ist ruhig – im Vorfeld gab es jedoch Befürchtungen, einige Spannungen und auch Tote. Nach wie vor ist jedoch die künftige politische Landschaft nicht klar… auch kursieren viele Gerüchte um Ex-Rebellenchef und FNL-Präsident Agathon Rwasa.

Hier geht’s zur Deutschen Welle. Weitere Eindrücke und aktuelle Meldungen zu jeder Stunde gibt es auf Französisch bei IWACU.

Vor Ort machen jedoch derzeit mehr die Drohungen des somalischen Terrornetzwerks Bedenken als die landesinneren Probleme… Polizei und Militär haben ihre Präsenz verstärkt, um besonders „bedrohte“ und potenzielle Angriffsziele zu schützen, Straßenkontrollen nehmen zu. Somalische Terroristen hatten Anschläge auf Uganda und Burundi angedroht – in Uganda sind bereits bei zwei Bombenexplosionen ca. 70 Menschen ums Leben gekommen. Die beiden Länder stehen im Visier der Radikalen, weil sie Soldaten für die Friedenstruppe in Somalia zur Verfügung stellen.

Darüber hinaus ist gerade eine Hitliste mit den korruptesten Staaten in Ostafrika veröffentlicht worden – von Transparency International. Demnach ist Burundi – im Vergleich zu den anderen Staaten der ostafrikanischen Gemeinschaft – das korrupteste Land und hat Kenia auf dem ersten Platz abgelöst. Hier geht’s zur Meldung.


Kategorien: Afrika

Rose in der FR

Burundi - Mo, 07/19/2010 - 11:08

Die Frankfurter Rundschau hatte Rose unterstützt – mit Artikeln über ihr Schicksal. Viele Leser hatten reagiert. Hier ein aktueller Artikel.


Kategorien: Afrika

Es bewegt sich was in Ouaga

ADAblog - Ouagadougou calling - Sa, 07/17/2010 - 20:21

Wenn man nach einem knappen Jahr wieder in eine Stadt der Größe Ouagadougous zurückkehrt, hat sich dort natürlich einiges getan. Auf den ersten Blick ist zwar noch alles beim alten, doch wird an allen Ecken und Enden die städtebauliche Entwicklung vorangetrieben. Am meisten fallen dabei die neuen “échangeurs” auf, die Über-und Unterführungen an der großen Ringstraße, die Ouaga umschließt.

Ouaga 2000

Ouaga 2000

Noch vor einem Jahr gab es nur ein kleines “Autobahnkreuz”, und zwar in Ouaga 2000, dem neuen und etwas gigantisch anmutenden Nobel-Stadtviertel, das neben dem neuen Präsidentenpalast auch das beste Hotel der Stadt, diverse Botschaften, Unternehmen und Ministerien beherbergt. Das Kreuz verbindet den Ring mit der sechsspurigen Schnellstraße, die zum Präsidentenpalast und vorbei an dem riesigen Kreisverkehr am Place des héros nationaux führt- und an einer weiten unbebauten Fläche, die sich erst langsam beginnt mit Baustellen zu füllen. Wenn manchmal eine kleine Karawane aus Kamelen die Autobahn kreuzt, bringt das den starken Kontrast zwischen dem Leben in Ouaga 2000 und dem Rest des Landes gut auf den Punkt.

Neuer Echangeur Richtung Fada

Neuer Echangeur Richtung Fada

Inzwischen wurden zwei weitere solcher Kreuze (fast) fertiggestellt, die dazu dienen sollen, die Ringstraße mit den Straßen nach Fada N’Gourma (Osten) und Bobo-Dioulasso (Westen) zu verbinden, ohne dabei den Verkehr weiter zu verdichten.

Auch sonst wird viel gebaut: nach den Überschwemmungen vom letzten Jahr wurden die Brücken am Stausee renoviert, neue Brücken werden gebaut, Straßen betonniert, neue Viertel entstehen. So ändert dieses Stadt langsam aber stetig ihr Gesicht.
Es wird gebaut in OuagaBrueckenbauDer neue Echangeur im Westen

Kategorien: adablog, Afrika

Eindrücke vom Vormittag

Burundi - Fr, 07/16/2010 - 16:48

Heute Vormittag wurde Rose beerdigt. Unter Palmen – und direkt unter einem großen, schönen Kaktus. Viele Kids aus den Heimen waren dabei. Auch Roses Schwestern und Cousins. Hier einige Eindrücke…

Der Friedhof außerhalb Bujumburas

Roses Sarg wird von ihren Freunden abgeladen...

1992 - 2010

Freund und Priester Alphonse betet und richtet Grüße aus Deutschland aus

Kränze von den Freunden - aus den Heimen und auch aus Deutschland

"Ich werde dich nie vergessen" - Beate Diezemann, Roses "Mutter" während der schweren Zeit in Deutschland


Kategorien: Afrika

Und hier…

Ein Jahr JWD - Dar es Salaam - Do, 07/15/2010 - 20:38

… die versprochenen Bilder. Diesmal wieder als PDF-Galerien. Und zwar zu drei verschiedenen Themen:

1. Die Safari im Ruaha-Nationalpark

2. Iringa, Mbeya, Kyela

3. Mwanza, Bukoba, Ruanda

Natürlich gibts die auch rechts unter „Links“ wieder zu sehen.

Viel Spaß damit.


Kategorien: Afrika

Neues aus Tollywood

Ein Jahr JWD - Dar es Salaam - Do, 07/15/2010 - 19:45

Achtung: Es folgt eine kurze, nicht vorurteilsbereinigte Satire über Eindrücke von tansanischen Filmen. Ich gebe – im Hinblick auf meine kulturkorrekten Leser – keine Garantie, dass es nicht manchmal fies, gemein und furchtbar wird.


Letztens habe ich irgendwo einen Artikel über die nigerianische Filmindustrie (oder auch: Nollywood) gelesen. Da fiel mir ein, dass ich ja mal den Versuch starten könnte, euch das Wesen eines typischen tansanischen Films näher zu bringen – erklären kann ich es nicht, da es mir selbst noch immer unverständlich ist.

Tansanische Filme gibt es hier überall zu kaufen. Die DVDs sind recht billig zu haben und werden von Tansaniern immer gerne gekauft und angeschaut. Besonders gerne in Überlandbussen und beim Essen, also da, wo man sich den Filmen kaum entziehen kann.

Zunächst muss man sich natürlich fragen, worum es in tansanischen Filmen eigentlich geht. Das mag jetzt verwunderlich erscheinen, denn in europäischen und amerikanischen Filmen ist die Themenspanne ja so breit, dass eine Aufzählung viel zu ausladend würde, als dass hier Platz für sie wäre. Bei tansanischen Filmen können solche Befürchtungen gar nicht aufkommen, da sich die hiesige Industrie auf zwei Themen beschränkt: Liebe und Magie.
Für diese Beschränkung auf zwei Themen sollte man eine Menge Respekt aufbringen. Wer von uns könnte schon 700 Filme pro Jahr zu gerade mal zwei Themen produzieren und damit am Ende auch noch Gewinn machen?

Die Handlung der Filme gleicht sich mehr oder weniger. Entweder geht es um zwei Frauen, die sich um einen Mann streiten – der natürlich beide überschwänglich liebt. Dabei ist die Familie eines der beiden Liebenden grundsätzlich gegen die Verbindung, was in endlosen Tränen, hysterischem Gekreische und dramatischen Auseinandersetzungen resultiert. Eine weitere Möglichkeit ist dann noch, dass die Frau in einer Ehe plötzlich herausfindet, dass ihr Mann magische Fähigkeiten hat. Der verschwindet dann schon mal von einer Seite des Bettes und erscheint auf der anderen wieder. Wow! Natürlich hat er nur dann zu solchen Spielchen Zeit, wenn er nicht gerade mit seinen (ebenfalls magierenden) Freunden Ziegen erlegt und Blutriten abhält.
Ach ja, es gibt noch einen weiteren Typ Handlung. Bei 700 Filmen im Jahr musste ja irgendwann jemand auf die Idee kommen, Magie und Liebe in einem Film zu verbinden. Ich möchte darauf jetzt nicht näher eingehen, denn schliesslich ist es ja bitterernst, wenn sich die arme Frau gegen ihren magierenden Mann durchsetzen muss, ohne ihren Lover zu gefährden.

Nun zur Produktion. Wie entsteht ein tansanischer Film? Man nehme: Eine Kamera, einen „Regisseur“, zwei bis drei auf der Straße aufgelesene Schauspieler. Das ganze dauert maximal einen Tag und kostet etwa 2000 Dollar. Als Location (und dazu gleich noch mehr) bietet sich das Haus des Regisseurs und die Nachbarschaft desselben an. Nach dem Dreh wird ein weiterer Tag darauf verwandt, das Ganze mit Musik zu hinterlegen. Das hilft vor allem, die Abwesenheit von Filmschnitten zu kaschieren – ohne Musik wäre es dann doch zu langweilig, ein Auto beim Herauffahren einer zwei Kilometer langen Auffahrt zuzusehen, mit Musik wird das eine bombastische Szene! – und vor allem von der kollektiven Unfähigkeit der Schauspieler abzulenken. Jede wichtige oder unanständige Aktion (etwa ein Schlag) wird zum Beispiel mit einem elektronisch produzierten Tusch untermalt – aus dem einfachen Grund, das man sie sonst nie im Leben als eine solche erkennen könnte. Vielleicht geht es auch darum, den Zuschauer aufzuwecken, denn bei minutenlangen Dialogen über nichtige Themen schlafen auch Tansanier mal ein.
Und hier folgt ein typisch tansanischer Abspann:

Sie sahen: Die Frau meiner Träume

Eine Produktion von: Kanumba Best Films Tanzania Limited

Mit

S. Kanumba
M. Kanumba
Z. Zakana
B. Zakana

Schnitt: B. Zakana
Musik: M. Kanumba
Produktion: S. Kanumba
Kamera: S. Kanumba
Regie: S. Kanumba und Z. Zakana

Die Charaktere in solchen Filmen sind ebenfalls immer gleich. Der höchstens dreißigjährige Mann ist stets erfolgreicher Businessman mit mindestens drei Sekretärinnen (Eifersucht!!!), immer im Anzug und sozial respektiert. Er fährt einen Mercedes und wohnt in einem riesigen Haus mit jedem nur erdenklichen elektronischen Gerät, Fliesen auf dem Boden, pinken Ledermöbeln und zwei Stockwerken. Seine Frau ist höchstens zwanzig, bringt die Make-up-Industrie durch jede Krise und spielt den ganzen Tag mit ihrem Handy. Für sie gibt es nichts wichtigeres als ihr Aussehen, ihre Klamotten und ihren Mann. Ihr Tonfall ist im besten Falle keifend, im schlimmsten unverständlich.

Nun aber genug beschrieben. Es wird Zeit, dass wir zum eigentlichen Kern der Sache vorstoßen. Und der ist: Tansanier verschlingen diese Filme, die in Europa nicht mal als solche erkannt würden, als handele es sich um ihre eigene Lebensgeschichte. Sie finden einen Film spannender als den anderen und können sich vor Begeisterung kaum zurückhalten.
Der Haken dabei ist, dass tansanische Filme nicht in Tansania spielen. Die Lebensweise und Lebensumgebung, die in den Filmen gezeigt wird hat nichts damit zu tun, wie ein normaler Tansanier lebt. Die Filme zeigen, wie alle Tansanier gerne sein wollen: Pseudo-westlich, semi-entwickelt, möchtegern-modern. Das Idealbild umfasst riesige Häuser, pinke Sofas, Mercedes, dramatische Liebesgeschichten. Daraus besteht das westliche Leben, sagt das Bild, das viele Tansanier haben. Und die Filme verfestigen diesen Irrtum, weil es eben das ist, was Tansanier klasse finden und – das gibt den Ausschlag – Geld einbringt. Und zwar jede Menge.
Das Problem ist allerdings, dass die Filme keinen tieferen Inhalt haben. Durch die Beschränkung auf oberflächliche Geschichten fällt der Film als Bildungsmedium weg. Was könnte, so denke ich immer wieder, nicht alles bewegt werden, wenn pro Film nur ein einziger relevanter Satz eingebaut würde. Zum Beispiel: Man schmeißt keine Plastiktüten aus dem Fenster, weil die nicht verwesen.
Das Idealbild der Tansanier müsste ihnen vorleben, wie man es macht. Aber das passiert nicht, weil die Produzenten viel zu sehr damit beschäftigt sind, ihr eigenes Ideal zu erreichen. Das ist das Traurige an dem Hype um die hiesigen Filme – es wäre so einfach und schmerzlos, sie zur allgemeinen Bereicherung zu nutzen. Man müsste es bloß wollen.


Kategorien: Afrika

Gedenkfeier

Burundi - Do, 07/15/2010 - 12:23

Rose hatte viele Freunde – von Burundi bis nach Deutschland. In Bujumbura wird morgen, Freitag, die Beerdigung stattfinden. Um 9h fahren wir gemeinsam mit den Kindern des Heims zum Friedhof. Auch Alphonse, ein burundischer Priester und guter Freund von mir (der erste Burunder, den ich überhaupt kennengelernt hatte!), wird dabei sein – er wird am Grab eine kleine Messe abhalten. Er kannte Rose schon seit einiger Zeit – er besuchte das Kinderheim als Rose noch nicht nach Deutschland gegangen war und sang mit den Kids.

Die Freunde in Deutschland werden am kommenden Sonntag, 18. Juli, um 16h in der Pfarrkirche St. Albert (Sundgauallee 9, Freiburg) eine Gedenkfeier für Rose abhalten… Wer kommen möchte, ist eingeladen.


Kategorien: Afrika

Rose – Trauer um ein starkes Mädchen

Burundi - Mi, 07/14/2010 - 16:14

Rose – ein Name mit einer langen Geschichte. Die Geschichte eines Kampfs. Ein Kampf gegen den eigenen Körper. Als wir ihre Krankheit erkannten, war sie schon sehr fortgeschritten. Ein ausländischer Experte hatte damals die richtige Spur aufgenommen. Ein Zufall?

Rose kam nach Deutschland. Viele Kontakte, Telefonate, Mails und Aufregung von Burundi bis nach Deutschland – um Rose zu retten. Schüler rannten, um Spenden zu sammeln, freiwillige Helfer transportierten Blutproben im Gepäck, Mitarbeiter begleiteten Rose täglich zu den Ärzten. Es sollte ihr besser gehen. Die deutschen Ärzte konnten ihr ein Stück weit helfen – eine große Leistung bei einer Krankheit, die nur ein Mensch unter einer Millionen Menschen hat.

Es ging ihr besser. Sie konnte nicht geheilt werden, das stand fest. Aber mit Medikamenten und Bluttransfusionen in einmonatigen Abständen ging es ihr gut. Sie lebte wieder im Heim, mit den anderen und ihrer kleinen Schwester Claudine. Sie konnte lachen, machte sich schick, wenn Besuch anstand. Sie feierte Weihnachten mit ihren Freunden.

Doch ihre Krankheit war stärker. Rose hatte lange gekämpft. Aber heute Vormittag hat sie den Kampf endgültig verloren. Sie starb im Krankenhaus „Prince Regent Charles“ in Buyenzi. Wir konnten nichts mehr für sie tun. Bis zur letzten Stunde war ich in Kontakt mit den Ärzten in Freiburg, sie schickten Tipps und bereiteten noch in den vergangenen Tagen eine weitere Medikamentenlieferung vor, die für die kommenden Monate ausreichen sollte. Pünktlich, bevor die jetzigen Medikamente ausgehen… Wir planten. Mit Rose.

Celestine, unsere Krankenschwester, war die ganze Zeit bei Rose. Im Heim, im Krankenhaus, im anderen Krankenhaus, wohin man sie geschickt hatte. Gemeinsam mit Marie, der Heimleiterin. Heute Vormittag kam Celestine ins Büro, um über die aktuelle Situation zu berichten, welche Untersuchungen man gemacht habe. Da kam der Anruf von Marie aus der Klinik: Rose ist der Krankheit erlegen.

Ich fahre mit Celestine ins Krankenhaus. Dort treffe ich Claudine, Roses kleine Schwester, die schrecklich weint und auf eine Liege neben der von Rose liegt. Das Gesicht abgewendet. Und Nadine, eine Freundin aus dem Waisenheim. Sie sitzt da, still, regt sich nicht. Drückt mich nur fest zur Begrüßung, um dann wieder still auf der Liege zu sitzen. Ich setze mich daneben, lege die Hand auf Claudines Rücken. Das Schluchzen beruhigt sich ein wenig. Aber nur ein wenig.

Ich schaue mich um. Und werde wütend. Je mehr man darüber nachdenkt und je länger man sich in einem dieser Krankenhäuser in Burundi aufhält, desto wütender wird man. Wütend, auf seine eigene Machtlosigkeit. Oder einfach auf alles.

Zwanzig Menschen oder mehr auf Liegen nebeneinander. Die Matratzen kann man gar nicht mehr beschreiben. Die Wände schmutzig. Der Fuß einer der Liegen ist zu kurz, korrigiert und in Waage gebracht mit einem einfachen Stein. Gestrichen wurde hier seit dem Neubau der Klinik vor zig Jahren nicht mehr. Eine ältere Frau, die gegenüber auf einer Liege sitzt, schaut mir kurz in die Augen, dann senkt sie den Kopf. Ein Blick, der mir mehr sagte als alle Worte. Es tat ihr leid um dieses Kind.

Hier, in Burundi, sterben Menschen an weitaus leichteren Krankheiten. „Kleinigkeiten“, würde man bei uns sagen. Aber nicht hier. In Burundi. Wo es so gut wie keine medizinische Versorgung gibt.

Ich schaute gerade in meinen Mailordner. Unterordner „ROSE“. 671 e-Mails. 672, wenn man die letzte Korrespondenz aus der Uniklinik Freiburg von gestern Abend, 18h44, noch dazuzählt, die sich aber noch im Posteingang zur Bearbeitung befindet. Ich will den Ordner nicht löschen. Es fällt schwer, es zu verstehen und damit abzuschließen. Ich hatte alles versucht, was in meiner Macht stand. Wir alle taten das – Chefs, Kollegen, Bekannte, Ärzte, Presse…

Rose ist weg. Claudine, ihre Schwester, bleibt im Heim. Wir werden für sie da sein.

Rose Nduwimana † 14. Juli 2010

Rose Nduwimana † 14. Juli 2010


Kategorien: Afrika

10. August bis 3. September

Marian in Malawi - Di, 07/13/2010 - 15:29
Liebe Reisefreunde, moni Anzanga,

ab dem 10. August gehts wieder nach Malawi. Es wird ein Gemisch aus Arbeit und Urlaub sein (aber eher mehr Urlaub :D) Zusammen mit Julia werde ich auch eine Reise unternehmen durchs südliche Afrika. Hier der Reiseplan (Bild anklicken):
Es wird durch Malawi, Sambia evtl. Simbabwe, Namibia und durch Südafrika gehen. Insgesamt über 5300 km von unserem Startpunkt Blantyre zum Zielort Kapstadt. Geplante Abreise von dort wird der 3. September sein.

Ich versuche Euch währenddessen auf dem Laufenden zu halten, auch wenn es mit dem Internet dieses Mal wohl relativ schwer sein wird!

Liebe Grüße und Tionana,

Marian
Kategorien: Afrika

Grenzerfahrungen

Johannes in Malawi - Fr, 07/09/2010 - 17:21

Fünf Tage, vier Länder, drei Hauptstädte. Ich war mal wieder im Urlaub, habe Afrika auf Schienen durchquert, die Victoria-Fälle besucht und Grenzerfahrungen in verschiedener Hinsicht gemacht. Und zurzeit halte ich mich illegal in Malawi auf.

Dienstag war malawischer Nationalfeiertag. Und da Paraden zurzeit sowieso immer gestoppt werden, weil sie als Forum für Homosexuellen-Aktivisten dienen könnten, gab es nicht groß was zu verpassen. Also habe ich mir Montag und Mittwoch frei genommen und bin mit einem Freiwilligen aus Lilongwe für fünf Tage zu den Victoria-Fällen aufgebrochen.

Von Lilongwe nach Lusaka
Schon am Freitagnachmittag habe ich mich auf den Weg von Blantyre nach Lilongwe begeben, sodass wir von dort, der ersten Hauptstadt auf unserer Reise, früh einen Minibus ins malawisch-sambische Grenzgebiet erwischen konnten. Mit nur drei Anschlussbussen haben wir nachts um 21 Uhr Lusaka erreicht und unterwegs in einer lokalen Bar sogar die letzten drei Minuten vom fulminanten Sieg der deutschen Fußballer über die Argentinier gesehen. Da kam uns das Tor in der vorletzten Minute gerade recht :-)

Das 4:0 hat Deutschland übrigens auch hier in Afrika viel Ruhm eingebracht; es war das Gesprächthema schlecht hin, sobald wir unsere Nationalität bekannt gaben. Der Grenzbeamte in Simbabwe meinte sogar, wir hätten ihm durch unseren Übertritt in sein Land den Tag gerettet :-D

victoria faelle sambia simbabwe
Blick auf die Victoria-Fälle von der Brücke im sambisch-simbabwischen Grenzgebiet

Die Victoria-Fälle
Die Weiterreise nach Livingstone verlief schnell und ereignislos, sodass wir die Victoriafälle schon am Sonntag bewundern konnten. Mit einer Breite von über 1.700m stellen die den „breitesten einheitlich herabstürzenden Wasserfall der Erde“ dar. Zu Hochwasser stürzen bis zu 10.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Sambesi 110 Meter in die Tiefe. Leider hat mich dieser Umstand daran gehindert, ausgiebig Bilder zu schießen. Lediglich ein kleiner Teil der Nebenfälle ist auf den Bildern zu sehen, denn der Sprühnebel durchnässt einem selbst Regenschutzkleidung, da hat die Kamera erst recht keine Chance.

Warum wir 100 Euro bezahlen, um uns von einer Brücke stoßen zu lassen
bungee sprung victoria faelle
111 Meter freier Fall in die Tiefe...

Die Fälle liegen im Grenzgebiet zwischen Sambia und Simbabwe. Eine große Brücke, die Victoria Falls Bridge, verbindet die beiden Seiten, die sich jeweils zu einer Seite des Sambesi-Tals befinden. Und von dieser Brücke kann man Bungee springen. Mit 111 Metern Fallhöhe ist das sogar der höchste kommerzielle Brückensprung der Welt. Vier Sekunden dauert der erste freie Fall und man kann sagen, es macht schon enorm Spaß :-) Leider hindert einen der Preis von umgerechnet fast 100 Euro daran, mehrmals zu springen...

Im Nachtzug durch Afrika
Nach dem Besuch der Fälle und dem Bungee-Sprung sind wir gar nicht wieder nach Sambia zurück-, sondern nach Simbabwe weitergereist. Am gleichen Abend fuhr dort nämlich unser Nachtzug zum 350km entfernten Bulawayo. Wir haben zum Glück noch eines der letzten Schlafabteile in der zweiten Klasse ergattern können und uns auf eine zwölfstündige Zugreise vorbereitet. Entgegen unseren Erwartungen haben wir Victoria Falls Town auch pünktlich um 19 Uhr verlassen, auf dem Weg zum Zielort aber fünf Stunden Verspätung eingefahren. Daher war unser Anschluss nach Harare, der Hauptstadt Simbabwes, auch einer der letzten abfahrenden, somit kamen wir abermals nachts in einer uns unbekannten Großstadt an.

Ein paar Eindrücke dieser Fahrt sind geblieben: Auf der 450km langen Strecke von Bulawayo nach Harare gibt es 21 Straßensperren der Polizei. Die gibt es in Malawi zwar auch, aber die simbabwischen Polizisten mussten sich jedes Mal vom Fahrer des Minibusses bestechen lassen, damit wir weiterfahren konnten, ohne bei jeder Sperre eine Stunde Komplettdurchsuchung über uns ergehen zu lassen. Die Bestechung scheint hier ein ganz normaler Bestandteil des Reisens und gesellschaftlich akzeptiert zu sein. Zumindest hat sich außer uns kein anderer Fahrgast daran gestört.

Angenehm war die Fahrt trotz Bestechung bei Verkehrskontrollen nicht. Neben mir saß eine Frau mit Kleinkind auf dem Schoß, das sich schon nach den ersten Kilometern heftig übergeben musste. Ich hatte zwar nur mit den geruchlichen Konsequenzen zu leben und habe im Gegensatz zu den Passagieren weiter vorne einen trockenen Nacken behalten. Eine angenehme Reise verläuft aber dennoch anders...

Zum Album „Victoria Falls“ (43 Fotos)

Illegal in Malawi
Grenzerfahrungen in ganz anderer Hinsicht haben wir auf dem Weg von Harare nach Blantyre gemacht. Nicht nur das wir insgesamt elf Mal das Verkehrsmittel wechseln mussten, auch die Grenzübertritte nach Mosambik bzw. Malawi stellten sich als nicht ganz so einfach wie gedacht heraus. Mein Transit-Visum für Malawis Nachbarstaat Mosambik hatte ich zum Glück bereits vorher im Konsulat gekauft. Daher dauerte die Bürokratie bei mir nur eine halbe Stunde. Mein Mitreisender hatte da weniger Glück. Der zuständige Beamte war zu ihm nicht nur äußerst unfreundlich, sondern hat ihn auch noch um fünf US-Dollar gebracht, als er auf die Frage nach Rückgeld behauptete, das Geld passend erhalten zu haben.

Das ganze Prozedere hat uns zwei Stunden zurückgeworfen, sodass wir den mosambikanisch-malawischen Grenzposten bei Nacht erreichten. Der war natürlich bereits geschlossen, die Grenze konnte aber einfach passiert werden. So sind wir illegal aus Mosambik ausgereist, haben sogar mit einem Taxi die zwei Kilometer Niemandsland durchquert und sind schließlich ebenfalls illegal über die Schranke nach Malawi geklettert. So ganz verboten ist das wohl auch nicht, zumindest hat uns ein malawischer Polizist dazu geraten einfach weiterzugehen, denn das Grenzgebiet sei kein sicherer Ort. Der Offizier im Immigration Office in Blantyre war zwar nicht sehr erfreut, meinte aber, dass wir wegen der fehlenden Stempel zumindest von malawischer Seite keine Probleme bekommen sollten. Dann darf ich eben nicht mehr so schnell nach Mosambik :-P

Die Bewunderung für die deutsche Nationalelf hat sich übrigens am Mittwochabend gelegt. Vom Spiel selber haben wir nur die letzten zwanzig Minuten auf einem Pick-Up sitzend im Radio verfolgt. Das ist Afrika.

Malawi, Sambia, Simbabwe, Mosambik
bahnhof bulawayo simbabwe
Der Bahnhof in Bulawayo (Simbabwe)

Schon beim Reisen auf der Straße fallen einem deutliche Unterschiede zwischen den beiden Ländern Malawi und Sambia auf. Die auf dem Land verbreiteten Lehmhütten sind in Sambia größer und besser befestigt. Die Dörfer bestehen aus ein- bis zweihundert Häusern, das ist vier- bis achtmal mehr als in Malawi. Die Menschen tragen neuere Kleidung, die Straßen sind besser ausgebaut. Der Eindruck, dass Sambia das insgesamt wohlhabendere von beiden Ländern ist, bestätigt sich insbesondere im Vergleich der beiden Hauptstädte, hat Lusaka doch beispielsweise eine richtige Skyline, deutlich mehr Hochhäuser und sogar ein Ampelsystem aufzuweisen. Selbstverständlich sagt all das noch nichts über den Wohlstand der Allgemeinbevölkerung aus, den kann ich aufgrund meines kurzen Besuchs auf keinen Fall beurteilen.

Ähnlich ist die Situation in Simbabwe. Die Hauptstadt Harare übertrifft Lusaka sogar, was die Modernität und Größe der Gebäude angeht, wobei Malawi in puncto Friedlichkeit einige Nasenlängen voraus ist.

Die mosambikanische Stadt Tete ist die einzige Großstadt, die wir bei der Durchfahrt gesehen haben. Fastfood-Ketten und große Schaufenster reihen sich auch hier aneinander; dennoch leben viele Menschen, auch Kinder, auf der Straße.

Kategorien: Afrika

Fußball in der Region der Großen Seen

Burundi - Fr, 07/09/2010 - 15:21

Ein schöner Beitrag, der die (Fußball-)Lebenssituation in einigen der Länder der „Großen Seen“ (Uganda, Ruanda und Burundi) beschreibt. Sehr nett geschrieben – und so wahr! Hier geht’s zum Beitrag!

Bestätigen kann ich das ebenfalls. Nach der Niederlage der Deutschen Elf bei der aktuellen Weltmeisterschaft erreichten mich zahlreiche SMS und Anrufe mit Beileidsbekundungen, Erschrockenheit und Unverständnis. Ebenso stark war schon die Anteilnahme beim hohen Sieg über Argentinien zuvor… Die „Mannschaft“ (wie hier alle das deutsche Team nennen), ist in Burundi bestens bekannt – vielen wahrscheinlich besser als mir selbst…


Kategorien: Afrika

Heimspiel in Djibo

ADAblog - Ouagadougou calling - Fr, 07/09/2010 - 15:02

Fünf Tage war ich mit dem Team in Djibo und Umgebung unterwegs um zwei Schulen und eine Krankenstation mit einer Solaranlge auszurüsten. Djibo ist die Hauptstadt der Provinz Soum im Norden des Landes, in der SEWA so viele Schulen in sein Programm aufgenommen hat wie in keiner anderen Provinz.

Das Dorf Pougouzaibaogo

Ein straffes Programm hatten wir uns für die Reise aufgestellt: In nur 5 Tage wollten wir in zwei Schulen und einer Krankenstation Solaranlagen montieren. Doch schon auf dem Weg nach Djbo war nicht klar, ob wir das schaffen würden. Noch auf der Teerstraße hatten wir die erste Panne, die wir zum Glück aber realtiv schnell beheben konnten. Aber die Sandpiste, die die letzten 100 Kilometer nach Djibo führt ist so schlecht, dass es teilweise schneller und sicherer war, einfach neben der Straße zu fahren. Mehr als 3 Stunden holperten wir mit dem schwer beladenen Minibus über Schlaglöcher und Wellblechpisten bis wir gut durchgeschüttelt unser Ziel erreichten. Von dort aus machten wir uns gleich weiter in das Dorf Pougouzaibaogo, in dem wir die ersten Arbeiten durchführen wollten.

Die frisch erweiterte Schule Pougouzaibaogo B...

Der klangvolle Name Pougouzaibaogo kommt dem ein oder anderem Leser vielleicht bekannt vor. Vor etwas mehr als einem Jahr installierten wir dort auf dem Dach der Schule “B” eine Solaranlage und ich nutzte die Gelegenheit um noch ein paar Tage allein auf dem Dorf zu bleiben um das Leben dort ein bißchen kennenzulernen und die ersten Tage mit der Anlage zu begleiten. So war es für mich natürlich etwas besonderes in das Dorf zurückzukehren und ich war um so erfreuter festzustellen, dass sich in der Zwischenzeit einiges getan hat in Pougouzaibaogo. Die Schule “B” wurde um 3 Klassenräume erweitert und hat nun einen eigenen Brunnen; Latrinen und Lehrerhäuser sind bereits in Bau.

...wird sogleich mit einem Solarpaneel versehen.

...wird sogleich mit einem Solarpaneel versehen.

Da es neben der nun vergrößerten Grundschule “B” noch die Schule “A”, sowie eine franko-arabsiche Schule und sechs kleinen Alphabetisierungszentren gibt, hat das Dorf einen Bedarf an beleuchteten Räumen, der die Kapazitäten des einzelnen beleuchteten Klassenzimmers der Schule “B” übersteigt. Deshalb entschied sich SEWA zum ersten Mal in der Geschichte des Schulenprogramms eine Anlage an einer Schule zu erweitern und eine weitere Schule im gleichen Dorf, wenngleich auch einige Kilometer entfernt, ebenfalls mit einer Anlage zu versehen. Bedarf und Engagement des Dorfes schienen diesen Schritt zu rechtfertigen. In den kommenden Jahren wird sich zeigen ob unsere Rechnung aufgeht. Denn die zusätzlichen Installationen dienen auch als Ansporn und sollen für das Engagement belohnen. Gleichzeitig soll es anderen Dörfern zeigen, dass sich gute Wartung und großes Engagement auszahlt.

Neugierige Kinder

Am zweiten Tag unserer Arbeiten in Pougouzaibaogo kam der Direktor der Schule B strahlend auf uns zu und berichtete uns, dass er gerade die Ergebnisse von den Abschlusstests bestätigt bekommen habe, die die Woche zuvor geschrieben wurden: Alle seine Schüler haben bestanden. Ein sehr gutes Ergebnis, das der Direktor darauf zurückführt, dass er seine Abschlussklasse in den Wochen zuvor bis spät abends in der Schule lernen ließ. Mit der Solaranlage wird das “internement” im nächsten Jahr noch sehr viel besser funktionnieren meint er, denn bisher mussten sich immer sechs Schüler um eine Petroleumlampe setzen, was die Augen stark ermüdet und einfach sehr unpraktisch und kostspielig ist.

Das CSPS Badnogo

Nachdem die Techniker die Installation erfolgreich abgeschlossen und Yéral und ich der Dorfgemeinschaft die Schlüssel zum Batteriekasten und damit symbolisch die Verantwortung für die Solaranlage übergeben hatten, machten wir uns auf den Weg ins Dorf Badnogo, das nur etwa zehn Kilometer von Djibo entfernt liegt. Strom gibt es hier keinen, dennoch ist die Krankenstation voll ausgelastet. Täglich kommen schwangere Frauen und Kranke aus Badnogo und den umliegenden in das so gennante CSPS um sich pflegen zu lassen. Besonders wichtig ist die Geburtenstation, die der Schwangeren weitaus bessere hygienische Bedingungen für eine Geburt anbietet, als die heimische Hütte,

Mit einer Taschen- und Petroleumlampe ist die Arbeit schwer

auch wenn man hier noch weit von europäischen Standards entfernt ist. Besonders wenn es zu Kompliaktionen kommt, ist es wichtig, dass geschultes Personal zur Stelle ist. Allerdings mussten die Angestellten der Krankenstationen nachts bisher bei beinahe völliger Dunkelheit arbeiten – lediglich eine Taschenlampe sorgte bei der Versorgung der Patienten für ein wenig Licht. Es beeindruckt mich nach wie vor jedes Mal, wenn mir eine Hebamme zeigt unter welchen Bedingungen sie arbeiten muss.

Die beleuchtete Krankenstation

Nach Abschluss der Elektrifizierung sieht die Situation jedoch bereits deutlich besser aus: Zwar erinnert das CSPS nach wie vor nicht im entferntesten an ein hochmodernes Krankenhaus, doch ist der Fortschritt durch das Licht wirklich beeindruckend. Vier 70 Watt Paneele sorgen nun für Licht in den Räumen der Geburten- und der Krankenstation. Außenlampen machen das CSPS auch nachts weithin sichtbar und beleuchten die freie Fläche um den Gebäudekomplex, sodass der Weg zur Station nachts nun leichter zu finden ist.

Als Dank schenkt man uns zwei junge Haehne

Bevor wir aber den Heimweg nach Ouagadougou antraten, besuchten wir noch die Schule von Gankouna, die uns eine Bitte um eine Solaranlage geschrieben hatte. Hier trafen wir uns nun mit den Lehrern und Elternvertretern, um zu besprechen, wie eine solche Elektrifizierung vorbereitet werden muss. Wir erklärten der versammelten Dorfgemeinschaft, dass wir im Gegenzug für die kostenlose Solaranlage das Engagement des Dorfes für ihre Nutzung, Sicherheit und Instandhaltung fordern. Nachdem alle Fragen geklärt werden konnten, unterzeichneten Direktor und Elternsprecher die Vereinabarung, die SEWA mit allen Schulen im Programm unterzeichnet. Damit ist der Weg geebnet für eine Elektrifizierung, sobald auf deutscher Seite ein Spender für die Schule gefunden wurde.

Kategorien: adablog, Afrika

Ausstellung in Stuttgart

Burundi - Do, 07/08/2010 - 14:24

Eine kleine Ausstellung zu Burundi in Stuttgart – gestaltet vom Partner Kerschensteinerschule. Mehr Infos hier!


Kategorien: Afrika

Zur PTA

Burundi - Do, 07/08/2010 - 08:54

Artikel/Interview zur PTA-Schule in Burundi – schon etwas älter, doch jetzt erst erschienen.


Kategorien: Afrika